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News 2011  | News 2010  | News 2009  | News 2008  | News 2007  | News 2006  | News 2005  Pressedienst des Handelsverbandes (PDHV010) 20.11.2008

2. LogIT Retail
Erfolgreiche Logistik & IT im Einzelhandel

„Finden Sie den richtigen Weg!“, lautete die Botschaft der gestern im Austria Center Vienna veranstalteten zweiten LogIT Retail. Zahlreiche Beispiele aus der Praxis großer Unternehmen zeigten, welche Wege im Bereich Logistik und IT bestritten werden können.

Der Vormittag der zweiten LogIT Retail, veranstaltet vom Handelsverband, stand ganz im Zeichen der erfolgreichen Steuerung der Logistikkette. Diese ist eine notwendige Voraussetzung für das tägliche Geschäft, wie etwa die Vorträge von Dr. Alexander Wiegele, Geschäftsführer bauMax Import und Logistik GmbH, und Mag. Werner Wutscher, Vorstand Rewe Group Austria, zeigten. Das in diesem Zusammenhang aufgegriffene Thema Green Logistics verdeutlichte, dass neben der Kosteneffizienz auch die Erreichung von Umweltzielen eine wichtige Rolle für heimische Unternehmen spielt. Wobei der Rewe-Vorstand klar anmerkte, dass sich Nachhaltigkeit für das Unternehmen rechnen müsse. Ein Umstand, der Firmen nachhaltiges Handeln erschwere, sei laut Wutscher, dass je nach Bundesland gesetzliche Rahmenbedingungen unterschiedlich ausgelegt würden. Dies betreffe unter anderem Wochenendfahrverbote oder Tonnagen-Beschränkungen. Wutschers Forderung an den Gesetzgeber lautet daher, abgestimmter vorzugehen.

Einen sehr umfangreichen Einblick in die Logistik einer europaweit operierenden DIY-Kette gab Dr. Alexander Wiegele, Geschäftsführer bauMax Import und Logistik GmbH. Laut Wiegele sei die DIY-Branche ein Spezialfall in der Retail-Branche, da mindestens die Hälfte des Volumens von der Industrie direkt an die Märkte geliefert werde. Zentralisierung, wie in anderen Branchen üblich, mache keinen Sinn. Strecken- und Kosteneffizenz ist auch das erklärte Ziel von bauMax, weshalb der Händler bei der weiteren Expansion in neue Märkte im CEE-Raum neben dem Logistikzentrum in Wien auch die Errichtung je eines Logistikstandortes in der Türkei und in Rumänien vorsieht.

„Uns will keiner, aber jeder braucht uns“, klagte Walter Steiger vom Tiroler Transport- und Speditionsunternehmen Nothegger über die Einstellung zum Thema LKW. Das heimische Unternehmen auch bemüht sind, ihren Beitrag zur CO2-Reduktion zu leisten, zeigt Nothegger selbst. Für die Umstellung des Fuhrparks mit dem Ziel, CO2 zu reduzieren, wurde Nothegger im Rahmen des Förderprogramms klima:aktiv mobil, eine Klimaschutzinitiative des Lebensministeriums im Verkehrsbereich, als Partner ausgezeichnet. Mit der Unterstützung des auf Verkehrswesen spezialisierten Beratungsunternehmens Herry Consult konnte Nothegger bei 270 LKW eine CO2-Reduktion von 656 Tonnen pro Jahr erreichen. Eine detailierte Darstellung des klima:aktiv mobil-Programms, das Betriebe bei der Umsetzung von betrieblichen Mobilitätsmaßnahmen zur Treibhausgasreduktion und Transportrationalisierung unterstützt, lieferte DI Clemens Piffl von Herry Consult.

Im Anschluss an die Mittagspause widmeten sich die Referenten der Kundengewinnung und -bindung. Moshe Rappoport, Executive Technology Briefer IBM Research GmbH, wagte einen Blick auf übermorgen. Seinen Ausführungen zufolge vollzieht sich ein Machtwechsel vom Verkäufer zum Käufer. Dieser werde durch die Technik unterstützt. Die Informationstechnologie in Kombination mit den entsprechenden Handhelds bietet dem Kunden die Möglichkeit, jederzeit und überall an Daten zu kommen. Dies werde laut Rappoport in naher Zukunft große Auswirkungen auf den Handel haben. So sei denkbar, dass der Lagerraum bald zum Ausstellungsraum wird und sich die Kunden dann die über andere Kanäle bestellte Ware ¬(Stichwort Multi-Channel) gleich direkt nach Hause liefern lassen.

Dr. Christian Alexander Steinbrecher, Leiter Demand Side ECR Austria, zeigte die Chancen von Kundenkarten im LEH auf, wobei er anmerkte, dass die Einführung einer Kundenkarte allein noch keine Mehrumsätze schaffe. „Der Selbstselektions-effekt bewirkt, dass die Kunden mit bereits hoher Bindung eine Kundenkarte nehmen“, so Steinbrecher. Die Kundenkarte ermögliche es Unternehmen aber, ein größeres Wissen über ihre Kunden zu gewinnen und darauf aufbauend geeignete Maßnahmen zu setzen, die sehr wohl Mehrumsätze bringen würden.

Mag. Manfred Warmuth, Marketingleiter kika/Leiner Gruppe Österreich/CEE, berichtete über den erfolgreichen Einsatz der Software ProDeli von Prolytic im Unternehmen. Das Projekt mit dem Wiener Unternehmen Prolytic wurde Anfang 2008 ins Leben gerufen, um „Kunden aus der anonymen Masse herauszuheben, Marktpräferenzen zu erkennen und das Kundenverhalten vorherzusagen“. In einem ersten Schritt wurden eine Marktbefragung durchgeführt, darauf basierend eine Marktlandkarte nach Kundenpräferenzen erstellt und im Anschluss umfassende segmentspezifische Analysen durchgeführt. Damit sollte das Verhalten von Konsumenten simuliert werden, um Voraussagen machen zu können. Diese wiederum sollten dazu dienen, Positionierungsstrategien und Angebote abzuleiten und deren Erfolgsaussichten durchzuspielen. „Der Weg, mit größerer Genauigkeit in Entscheidungsprozesse gehen zu können, hat sich für uns sicher ausgezahlt“, so Warmuth.

Mag. Alexander Meißl, GS1 Austria GmbH, zeigte in seinem Vortrag, wie Produkte mit Information aufgeladen werden können – Stichwort „Extended Packaging“. Das Handy könne dabei als Informationsvermittler dienen und bei entsprechender Ausstattung durch Ablesen des Barcodes am Produkt dem Nutzer Informationen wie Inhaltsstoffe oder eine zusätzliche Produktbeschreibung und -anleitung bieten. Diese Art der Informationsübermittlung böte aber auch im Bereich der Kundenbindung neue Möglichkeiten, etwa durch den Versand elektronischer Coupons. Die Aufgabe laute nun, „einen Weg zu finden, der für alle funktioniert“. Die Mitte 2007 gegründete GS1 Mobile Com Group hat sich daher die Schaffung eines offenen Systems und einheitliche Standards zum Ziel gesetzt.

Matthias Lips, Account Manager / Business Unit Fashion IDS Scheer Deutschland, zeigte abschließend, wie die wertorientierte Unternehmensoptimierung am Beispiel eines internationalen Modehändlers erfolgen kann. Lips untermauerte seine Ausführung am Beispiel der „Aris Platform“, eine von IDS Scheer entwickelte Software für Geschäftsprozessmanagement.



Dr. Stefan Mumelter, Geschäftsführer Handelsverband


Mag. Werner Wutscher, Vorstand Rewe Group Austria


Moshe Rappoport, Executive Technology Briefer IBM Research GmbH


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