Handelsverband
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Online-Shopping wird immer beliebter: Schon 1,4 Millionen Österreicher kaufen im Internet ein

www.handelsverband.at, November 2005: Das Einkaufen im Internet erfreut sich ungeachtet aller Konsumzurückhaltung ständig wachsender Beliebtheit: Bereits 42 Prozent der österreichischen Internet-Nutzer haben in den vergangenen Monaten Waren oder Dienstleistungen auf elektronischem Weg bestellt, besagt die neueste Erhebung von Statistik Austria.

Online-Umsatz steigt auf über eine Milliarde Euro

Bei einer Gesamtzahl von 3,366 Millionen Österreichern, die innerhalb des Befragungszeitraums das Internet aktiv nutzten, ergibt dies insgesamt mehr als 1,4 Millionen Online-Shopper. Im Vergleich zur Erhebung des Vorjahrs bedeutet dies eine Steigerung um 8% und gegenüber dem Jahr 2003 sogar um 13%. Geht man davon aus, daß sich die österreichische Internetpopulation in den vergangenen Jahren um rund eine Million vergrößert hat, dann resultiert daraus, daß sich das Internet-Käuferpublikum seit 2003 mehr als verdoppelt hat.

Die meisten Online-Shopper haben die Bereiche Bücher und Medien, Bekleidung und Sportartikel sowie elektronische Geräte aufzuweisen. So haben in den vergangenen 12 Monaten etwa 40% aller Internet-Kunden online Bücher bestellt, was einer Gesamtzahl von 560.000 Käufern entspricht.



Der Bekleidungs- und Sportartikelsektor hat dieser Analyse zufolge im Internet bereits über 400.000 Kunden zu verzeichnen, womit er beim Umsatzvolumen gemeinsam mit dem Elektronik-Bereich, der es auf 240.000 Kunden bringt, recht deutlich voran liegt. Hinzu kommt, daß rund 200.000 Internet-Nutzer Karten für Veranstaltungen online bestellen, während 180.000 Reisen und Urlaubsunterkünfte via Internet buchen.

Schon aus dieser Analyse wird deutlich, daß ein Großteil des gesamten Einkaufs- und Bestellvolumens im Netz auf die Online-Shops des Einzelhandels entfällt. Sie werden, wie aus Schätzungen des Handelsverbandes hervorgeht, 2005 erstmals Waren und Produkte im Wert von mehr als einer Milliarde Euro verkaufen, wovon auf die klassischen Versandhäuser allein 250 bis 260 Millionen Euro entfallen werden.

Altersklasse der 35- bis 44jährigen bildet größte Usergruppe

Interessante Ergebnisse vermittelt auch die von der Statistik Austria vorgenommene Strukturanalyse der österreichischen Internet-Userschaft. Ihr zufolge besitzt die Altersgruppe der 35- bis 44jährigen mit insgesamt 905.000 Nutzern den größten Anteil an den mehr als 3,36 Millionen Personen, die im Befragungszeitraum ins Netz gingen. Dahinter folgen mit 830.000 Nutzern die 25- bis 34jährigen, während Platz 3 mit 750.000 - also bereits mit erheblichem Abstand - von den 16- bis 24jährigen eingenommen wird.

Der Grund für dieses schlechte Abschneiden der jungen Internet-Nutzer läßt sich einfach erklären: Denn obwohl 83,8 Prozent von ihnen ins Netz gehen, beläuft sich ihre Gesamtzahl in der österreichischen Bevölkerung lediglich auf 903.000, während beispielsweise die Gruppe der 35- bis 44jährigen 1,4 Millionen und jene der 24- bis 34jährigen 1,1 Millionen Personen umfaßt.

Ein deutlicher Bruch in der Internet-Nutzung ist hingegen bei der Altersklasse zwischen 55 und 64 feststellbar: Von ihnen geht nur noch etwas mehr als jeder 4. ins Netz, was insgesamt eine Userschaft von 251.000 ergibt. Und bei den über 65jährigen fällt der Nutzungsgrad nochmals drastisch auf einen Anteil von lediglich 8,5% ab, was bei einer Gesamtzahl von 677.000 Personen lediglich 57.000 Usern entspricht.

Während dieser Bruch offenbar zu einem Gutteil auf das Ende der Berufstätigkeit im Lebensalter ab 55 zurückzuführen ist - von 1,2 Millionen Pensionisten sind lediglich rund 183.000 im Netz -, lassen sich aus den von der Statistik Austria veröffentlichten Daten auch gravierende Unterschiede der Internet-Nutzung zwischen den Geschlechtern herauslesen. Am absolut größten sind die Abweichungen in der Altersklasse zwischen 55 und 74, in der zwar 26% der Männer jedoch nur 12% der Frauen ins Netz gehen. In absoluten Zahlen bedeutet dies, daß 262.000 männlichen Usern nur 108.000 weibliche Internet-Nutzer gegenüberstehen.

Internet-Zugangsdichte: Vorarlberg vor Salzburg, Tirol und Wien

Obwohl es im Internet selbst keine Grenzen gibt, treten auch bei der Zugangsdichte innerhalb Österreichs erhebliche Unterschiede auf. Neuer Spitzenreiter bei der Ausstattung mit Internet-Zugängen ist dabei Vorarlberg, wo bereits knapp mehr als die Hälfte aller Haushalte in der Lage ist, Internet-Dienste in Anspruch zu nehmen. Schon auf Platz zwei folgt Salzburg mit einem Anteil von genau 50%, während Tirol und Wien mit jeweils 49,1%, Niederösterreich mit 48% und Oberösterreich mit 46,9% ebenfalls noch gut im Rennen liegen.

Deutlich schlechter schneidet bei der Internet-Zugangsdichte hingegen das südliche und südöstliche Österreich ab. So können in der Steiermark lediglich 41,2% und im Burgenland 40,0% der Haushalte Internet-Dienste in Anspruch nehmen, während Kärnten mit 39,9% als einziges Bundesland unter der 40-Prozent-Grenze bleibt.

Insgesamt ergibt sich daraus, daß 46,7% der 3,168 Millionen österreichischen Haushalte, also insgesamt 1,48 Millionen, über einen Internet-Zugang verfügen, wobei Wien mit einer Gesamtzahl von 375.000 Anschlüssen weit vor Niederösterreich mit 273.000 und Oberösterreich mit 234.000 liegt. Da jedoch gleichzeitig 63% der Haushalte - dies entspricht 1,99 Millionen - über einen Computer und damit über eine wichtige Grundvoraussetzung für die Internet-Nutzung verfügen, besteht zumindest theoretisch noch sehr viel Spielraum zum weiteren Ausbau der Netzdichte und damit auch zur Weiterentwicklung des E-Commerce.

Österreichisches Internet-Siegel fördert Vertrauensbildung beim Online-Einkauf

Ein wesentlicher Grund dafür, daß immer mehr Österreicher das Einkaufen per Mausklick und Tastendruck praktizieren, liegt sicherlich nicht nur in der Zeitersparnis und in der Bequemlichkeit des Online-Shoppings: Wie EU-Studien immer wieder bestätigen, finden die österreichischen Konsumenten in den Webshops des heimischen Handels ein besonders hohes Niveau an Sicherheit vor, das insbesondere mit der Einhaltung der europäischen Konsumenten- und Datenschutzrechte sowie auf der hohen Qualität und Zuverlässigkeit der Geschäftsabwicklung beruht.

Besondere Erfolge dabei kann der Handelsverband mit dem Internet-Siegel E-Commerce Quality verbuchen: Auf der Basis der Richtlinien für E-Commerce Quality wird es den Online-Anbietern ermöglicht, ihre Web-Shops und Web-Portale nach insgesamt 50 Qualitätskriterien regelmäßig überprüfen zu lassen, zu denen auch die Einhaltung der gesetzlichen Informationspflichten nach allen einschlägigen Gesetzesbestimmungen vom Fernabsatz-Gesetz über das E-Commerce-Gesetz bis zum Datenschutz zählen.

Mehr als 60 Internet-Shops und Internet-Dienstleister vom großen Einkaufsportal über führende Banken bis hin zum Online-Fachhandel erfüllen mittlerweile diese Qualitätskriterien und sind damit berechtigt, das wertvolle Internet-Siegel E-Commerce Quality im Geschäftsverkehr zu führen.

Sie alle können an dem vor wenigen Monaten eröffneten Handelsverbandsportal www.sicher-einkaufen.at aufgerufen werden, wobei es auch möglich ist, in den 20 Verzeichnissen nach Waren- und Dienstleistungen zu suchen, die in den Quality-Shops angeboten werden.

Sehr hohen Stellenwert besitzt das Internet-Qualitätszertifikat als Zeichen der Vertrauensbildung ebenso beim Konsumenten: Wie aus einer Online-Befragung der Wirtschaftsuniversität in Wien hervorgeht, ist E-Commerce Quality heute das mit Abstand bekannteste Internet-Gütesiegel.