#13: Standorttag am 27. September

Innovative Flächenlösungen und Handelslogistik als Erfolgsfaktoren

Fläche ist König, der Großteil der Handelsumsätze wird nach wie vor stationär erzielt. Die Umsetzung von Omnichannel-Lösungen bedingt nahtlos integrierte Logistikprozesse entlang der gesamten Wertschöpfungskette, denn der Konsument erwartet heute eine sofortige Warenverfügbarkeit in allen Kanälen zum besten Preis. Die Fläche erhält damit neue Funktionen.

Innovative Lösungen am Point of Sale und smarte Logistik sind heute die zentralen Erfolgsfaktoren im Handel: Welche Standorte haben in Österreich die Nase vorn? Mit welchen Filialstrategien kann in Zeiten des E-Commerce gepunktet werden? Wie können Stores bestmöglich angebunden werden, um das Potential der Beschaffungs-, Inhouse-, Distributions- und Last-Mile-Logistik zu nutzen?

Anmeldung

Teilnahmegebühr:

  • Mitglied und Partner des Handelsverbandes sowie, ACSC und EHI: EUR 148,-
  • Andere Unternehmen: EUR 299,-

Tickets

Bitte füllen sie zur Anmeldung nachstehendes Formular aus.

*Preise gelten pro Person exkl. USt. Stornierungen ausschließlich schriftlich, unter Einhebung einer Bearbeitungsgebühr von 25 EUR. Bei Stornierungen nach dem 27.8.2017 wird der gesamte Tagungsbeitrag in Rechnung gestellt.

 

 

Programm

Das Programm können Sie hier downloaden. 

Sprecher

Hania Bomba

Geschäftsführerin, RegioPlan
Bomba ist ausgebildete Dolmetscherin. Die gebürtige Polin ist seit 1999 für RegioPlan tätig, anfangs im Bereich Marketing & Sales, dessen Leitung sie 2005 übernahm. Seit 2008 hat sie die Position als Geschäftsführerin inne.

Stefan Bruckbauer

Chefökonom, UniCredit Bank Austria

Bruckbauer ist Magister der Volkswirtschaftslehre der Universität Linz, an welcher er auch als Assistent und Projektmitarbeiter beschäftigt war. Im Anschluss war er in der Abteilung Volkswirtschaft der Bank Austria und ihrer Vorgänger tätig. Neben seiner aktuellen Position in der UniCredit Bank Austria ist er Lektor an der Universität Wien und war zuvor lange Jahre Lektor für Volkswirtschaftstheorie an der Universität Linz.

Christoph Bründl

Geschäftsführender Gesellschafter, INTERSPORT Bründl

Bründl hat das Betriebswirtschaftstudium in Linz, ein Auslandsstudium auf der Miami University USA und auf der Anthony Robbins Mastery University absolviert. Seit 1989 ist er Geschäftsführender Gesellschafter von Sport Bründl, Schmittenhöhe-Service, Sports & Emotions, Planai Sport und seit 2015 von Sport Management. Seine Vision ist eine dynamische und innovative Unternehmenskultur.

Nordal Cavadini

Partner, Oliver Wyman
Cavadini hat 15 Jahre Beratungserfahrung in der Handelsindustrie mehrerer Länder. Die Schwerpunkte seiner Tätigkeit liegen auf Category Management, Einkauf, Logistik, IT sowohl für Einzelhändler (Lebensmitteleinzelhandel, Fachhandel) als auch für Hersteller. Er begleitet umfangreiche Transformationsprogramme, die ausgehend von den zentralen Bereichen bedeutende Veränderungen im Vertrieb und am POS erfordern.

Petra Dobrocka

Co-Founder & CMO, byrd

Dobrocka hat den CEMS Master an der Wirtschaftsuniversität Wien absolviert. Sie war über drei Jahre beim Lebensmittellieferanten KochAbo für Marketing und Business Development zuständig. 2015 hat sie beim Aufbau des Lieferportals Foodora in Singapur mitgeholfen. Seit Anfang 2016 ist sie beim Logistik-Startup byrd für Marketing und Sales zuständig.

Wolfgang Fasching

Extremsportler und Motivationsexperte

Fasching ist Buchautor sowie Vortragender und Seminarleiter. Er ist gelernter Maler und Anstreicher, Einzelhandelskaufmann mit Meisterprüfung und war zehn Jahre selbstständiger Kaufmann. 2003 absolvierte er die Hubschrauber-Pilotenausbildung. Die Ausbildung zum akademischen Mentalcoach sowie zum Lebens- & Sozialberater und das Studium General Management schloss Fasching Ende 2012 erfolgreich ab.

Thomas Gerbl

Geschäftsführer, Stieglbrauerei

Gerbl hat einen MBA an der Austrian School of Applied Studies absolviert. Seit 1994 ist er in der Stieglbrauerei tätig. Sein Karriereweg begann als Angestellter, führte von der Leitung der Abteilungen Fakturierung, Vertragswesen und Debitorenmanagement über die Leitung der Bereiche Einkauf & Materialwirtschaft und Logistik hin zur Leitung Supply Chain Management und Logistik. Als gewerberechtlicher Geschäftsführer ist er seit 2012 tätig. 

Martin Gleiss

Leiter Konzernlogistik und Warenfluss, SPAR

Gleiss begann seine Tätigkeit bei SPAR bereits 1990 als Großhandelstrainee. Es folge eine langjährige Karriere im Bereich Logistik, bevor er 1996 in das Management von Hödlmary wechselte. Bereits 2000 kehrte Gleiss zu SPAR zurück, wo er heute die Konzernbereichsleitung für Logistik und Warenfluss innehat. Seit 2013 ist er zudem zusätzlich Geschäftsführer bei SIMPEX.

Georg Hauger

Fachbereichsleiter Verkehrssystemplanung, Technische Universität Wien

Hauger hat Landschaftsplanung an der Universität für Bodenkultur sowie Raum- und Verkehrsplanung an der Technischen Universität Wien studiert. Seit 2003 ist er als Professor für Verkehrssystemplanung an der Technischen Universität Wien tätig. Neben Lehre, Forschung und Projektabwicklung kennzeichnen ihn zahlreiche internationale Vorträge sowie eine Gutachter- und Jurytätigkeit im Bereich Mobilität und Logistik.

Laura Lennkh

Business Development Manager, Import Austria

Lennkh studierte Politik, Philosophie und Wirtschaft (PPE) an der University of York und absolvierte einen Master in International Banking and Finance. Als Projektleiterin war sie für das Wirtschaftsprogramm von USAID in Mexiko tätig, wo sie mehrere Projekte in der Wirtschaftsentwicklung geleitet hat. Davor hat sie bei der österreichischen Niederlassung der Berenberg Bank im Fixed-Income Handelsraum den südeuropäischen Markt aufgebaut und betreut. Seit März betreut und baut sie den Import Information Hub Austria auf.

Hannes Lindner

Geschäftsführender Geschäftsführer, Standort + Markt

Lindner ist seit 1998 geschäftsführender Gesellschafter von Standort + Markt. Er studierte Betriebswirtschaft und Marketing in Wien, danach widmete er sich der Standortoptimierung internationaler Filialnetze sowie der standorttechnischen Beurteilung von Handelsimmobilien. Lindner sieht sich als analytisches und kommunikatives Bindeglied zwischen der Handelslandschaft und der Immobilienwelt.

Stephan Mayer-Heinisch

Portrait Stephan Mayer-Heinisch

Präsident, Handelsverband
Vor der Gründung von S. Mayer-Heinisch Consult 2005 war Mayer-Heinisch von 2001 bis 2005 Leiter der Konzernkommunikation bei Leder & Schuh und von 1985 bis 2001 Geschäftsführer der Leder & Schuh-Töchter Humanic, Shoe4You, Dominici und Mega Socks. Zudem ist er Obmann des Austrian Council of Shopping Centers und Präsident des Österreichischen Handelsverbands.

Michael Oberweger

Geschäftsführer, COMFORT

Oberweger studierte an der Technischen Universität Wien und war bis 2014 auch mehrere Jahre Lehrbeauftragter am Continuing Education Center. In der Bewertung von Standorten und Expansionsplänen schöpft er aus seiner jahrelangen Erfahrung als Standortplaner, Handelsexperte und Head of Consulting bei RegioPlan. Anfang 2014 beendete er seine über 10 Jahre dauernde Tätigkeit bei RegioPlan und begründete mit seinem Einstieg als Partner und Geschäftsführer von COMFORT seine Selbständigkeit.

Martin Posset

Innovationsleiter, thinkport VIENNA

Seit  April 2017 arbeitet Posset am Projekt thinkport VIENNA, einem urbanen Mobilitätslabor mit der Aufgabe, güterlogistische Innovationen in Wien zu entwickeln, zu testen und umzusetzen. Seit 2015 ist Posset inhaltlicher Leiter und Organisator des „Forums Green Logistics“ und stellvertretender Vorsitzender des Arbeitskreises „Kombinierter Verkehr“. Seit 2014 ist er ständiger Experte des „Ressort Green Logistics“ und seit 2012 hält er als externer Lektor an der BOKU Wien die Vorlesung „Intermodaler Verkehr“. Von 2009 bis 2017 war er als Einzelunternehmer für MCHP verantwortlich. Posset ist Co-Autor des zweiten und dritten Grünbuchs für nachhaltige Logistik und des Handbuchs „Intermodaler Transport in Europa“.

Erich Schönleitner

Eigentümer und Geschäftsführender Gesellschafter, DreamTeam
Schönleitner hat Handels- und Sportwissenschaften studiert und ist ausgebildeter Unternehmensberater und Bioenergetiker. Er hat 15 Jahre Erfahrung als CEO beim größten heimischen regionalen Lebensmittelhandelskonzern und war zuvor Geschäftsführer bei Wiesner Hager und Pariwood. Seit 2016 ist er Eigentümer und geschäftsführender Gesellschafter von DreamTeam. Seine Vision ist es, Führungskräfte zu echten DreamTeams mit Herzblut zu entwickeln.

Davor Sertic

Gründer und Geschäftsführer, UNITCARGO;

Spartenobmann, Transport und Verkehr, WKO

Nach Abschluss des Betriebswirtschaftsstudiums stieg Sertic 1989 in die Logistikbranche ein. 1996 folgte der Schritt in die Selbstständigkeit, im Jahr 2004 gründete er UnitCargo. 2007 erwarb er seinen MBA im Sales Management. Mitte April 2015 wurde er offiziell zum neuen Obmann der Sparte Transport und Verkehr der Wirtschaftskammer Wien gewählt.

 

Peter Umundum

Vorstand Paket & Logistik, Österreichische Post

Nach dem Studium der Informatik/Technische Mathematik startete Umundum seine Karriere bei Steirerbrau als Leiter von IT und Organisation. Von 1996 bis 2005 war er für Styria Media tätig, unter anderem als Geschäftsführer der Tageszeitung Kleine Zeitung sowie "Die Presse". Ebenso war Umundum Mitbegründer und Geschäftsführer von Presse Medien Service und Geschäftsführer der Media Consult Austria. In dieser Zeit war Umundum auch als Vorstrand der Austrian Presse Agentur tätig. 2005 folgte dann sein Einstieg bei der Österreichische Post als Leitung der Division Brief, verantworlich für Produktion & Logistik. Seit 2011 ist Umundum Vorstand für Paket & Logistik. 

Andreas Vonkilch

Universitätsprofessor, Institut für Zivilrecht, Universität Innsbruck

Vonkilch lehrt am Institut für Zivilrecht an der Universität Innsbruck, ist Verfasser zahlreicher Fachartikel und Entscheidungsbesprechungen zum Thema Wohnrecht, sowie Mitherausgeber und Kommentator des im Springer Verlag erschienenen Großkommentars zum österreichischen Wohnrecht und „of Counsel“ bei Schaffer Sternad Rechtsanwälte. Neben umfangreicher Vortrags- und Lehrtätigkeit im Bereich des Wohnrechts ist er überdies auch Mitglied des wohnrechtlichen Arbeitskreises beim Bundesministerium für Justiz. 

Jens von Wedel

Principal Retail & Consumer Goods, Oliver Wyman

Von Wedel ist Principal im Berliner Büro der Strategieberatung Oliver Wyman und berät innerhalb dieser Handels- und Konsumgüterunternehmen, vorrangig in Fragen zu Commercial Excellence, Digitalisierung, eCommerce und Innovationsstrategien. Zuvor war er Teil eines Gründerteams bei einem deutschen eCommerce Startup im LEH. Wedel ist Diplom-Volkswirt und hat an den Universitäten in Münster, Kapstadt und Bergen (NHH) studiert.

Dieter Wasserburger

Leiter des Konzernbereichs Immobilien und Expansion, REWE 

Wasserburger ist seit 25 Jahren bei REWE in leitenden Funktionen tätig. Seit 1999 ist der ausgewiesene Standort- und Immobilienexperte Prokurist bei REWE, seit 2007 verantwortet er als Leiter des Konzernbereichs Immobilien und Expansion die Entwicklung der rund 2.500 Filialen von REWE in Österreich und seit 2009 ist er u.a. auch Geschäftsführer von BILLA.

Rainer Will

Geschäftsführer, Handelsverband

Seit 2014 zeichnet Will als Geschäftsführer des Handelsverbandes und Herausgeber des Branchenmagazins RETAIL verantwortlich. Er ist u.a. im Board of Directors bei EMOTA sowie Beirat der FH St. Pölten, der DMX Austria und des Swiss Import Promotion Programms. Davor war Will im Kabinett des Wirtschaftsministers in den Bereichen Unternehmensfinanzierung, Innovation und Technologie beschäftigt, nachdem er fünf Jahre lang strategische und operative Funktionen beim Austria Wirtschaftsservice (aws) innehatte. Will studierte berufsbegleitend Betriebswirtschaft an der WU Wien und der London School of Economics.

Bernd Winter

Chefredakteur, Wochenzeitung Verkehr

Winter ist seit 2013 Chefredakteur der Internationalen Wochenzeitung Verkehr. Darüber hinaus ist er immer wieder als Moderator von Kongressen und Veranstaltungen tätig. Er startete zu Beginn seiner Laufbahn in mehreren Managementfunktionen in der Industrie und danach im Handel. Später war er jahrelang in der Wirtschaftsförderung tätig und u.a. Bereichsleiter und Prokurist beim Austria Wirtschaftsservice.

Martin Zieger

Omnichannel Pionier

Zieger hat Sozial- und Wirtschaftswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien und Graz studiert, bevor er unterschiedliche Executive Trainings in Harvard, St. Gallen und IESE Barcelona absolviert hat. Als Croupier bei Casinos Austria gestartet, konnte Zieger seine Expertise in zahlreichen Führungspositionen sammeln, unter anderem als CEO der Huber Holding. Seit 2010 ist er zudem Eigentümer und Geschäftsführer der ICU.  

Anfahrt

ThirtyFive, Vienna Twin Tower
Penthouse 35. Stockwerk
Wienerbergstraße 11
A-1100 Wien
T +43 (1) 33 60 358
office@thirtyfive.at
www.thirtyfive.at

Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln:

Von der U6-Station Meidling mit dem Bus 7B in wenigen Minuten zur Wienerberg City (Haltestelle: Carl-Appel-Straße).
Oder mit der Straßenbahnlinie 1 bis Haltestelle Windtenstraße.

Mit dem PKW:
Der Business Park Vienna liegt 15 Minuten vom Wiener Stadtzentrum entfernt, in 20 Minuten erreicht man den Flughafen Wien-Schwechat. Es gibt einen direkten Autobahnanschluss (A2, A21, A23).
Den Teilnehmern der Technologie treibt Handel steht ein kostenfreier Stellplatz in Parkhaus 3 zur Verfügung (Einfahrt über Hertha-Firnberg-Straße / Ecke Maria-Kuhn-Gasse). Mit dem Lift gelangen Sie auf Ebene 1, wo unser Empfangspersonal Sie in das 35. Stockwerk schickt.  

Kooperationspartner

 

 

 

Für weitere Informationen zu Kooperationsmöglichkeiten, kontaktieren Sie uns hier.

Medienpartner

Nachbericht Standorttag 2016

Mit einer Videobotschaft und mahnenden Worten aus Moskau eröffnete Stephan Mayer-Heinisch, Präsident des Handelsverbandes, den 12. Standorttag: „Der Markt verändert sich disruptiv. 1.400 Geschäfte weniger, minus 270.000m² bei der Verkaufsfläche im letzten Jahr. Verantwortliche Manager und Politiker müssen darauf reagieren. Stadtentwicklung ist keine Rocket-Science. Es braucht nur eine gemeinsame Anstrengung von Politik und Wirtschaft, um neue Strategien zu entwickeln und neue Wege zu gehen.“

Die Moderation des Tages übernahm Gabriele Jiresch, langjährige Chefredakteurin der Handelszeitung und profunde Kennerin der Branche.

„Ich investiere in disruptive Ideen“
Der Trend geht Richtung Online. Immer mehr stationäre Händler suchen ihr Glück im Web. Dass es auch Fälle von Onlinern gibt, die ihren Webshop erfolgreich um stationäre Flächen erweitern, zeigte der vorgestellt Keynote-Case von Renésim, einem vormals reinen Online-Juwelier, der 2016 einen Shop in München eröffnet hat. Warum Business Angel und Innovator Hansi Hansmann in das Geschäft von Maximilian Hemmerle investiert hat erklärte er so: „Digitalisierung wird unser Leben und die Branche grundlegend verändern.  Mit Konzepten aus den 90er Jahren wird man untergehen. Renesim hatte hingegen eine dirsruptive Idee, deshalb hab ich dort investiert.“

Dass Online irgendwann nicht mehr gereicht hat und der erste Shop eröffnet wurde ist für Hemmerle eine logische Weiterentwicklung: „Wir haben das Konzept des New Luxury konsequent zu Ende gedacht. Ein stationäres Geschäft gehört für viele Menschen zu einem vollkommenen Einkaufserlebnis einfach dazu. Wir integrieren nun beide Welten.“

„Was jetzt verloren geht, wird verloren bleiben“
Im Format eines Fire-Chats diskutierten Standortexperte Hannes Lindner von der Standort + Markt Beratungsgesellschaft und Immobilienexperte Michael Oberweger von Comfort Austria über die Lagen der Zukunft. In einem Punkt waren sich beide einig: es geht nicht mehr um Wachstum, sondern um Erhalt und Optimierung der bestehenden Flächen. Oberweger warnte deutlich  vor den Konsequenzen einer veränderten Handelslandschaft: „Wenn wir es nicht schaffen die städtischen Handelsnetze und Flächen zu erhalten, werden wir in 10 Jahren sehr viel Verkaufsfläche und auch Arbeitsplätze verloren haben. Denn nicht alle E-Commerce Händler werden in stationäre Präsenzen investieren. Was jetzt verloren geht, wird verloren bleiben.“  Lindner sieht für internationale Markenboutiquen trotz hoher Mieten keine Alternative zu den teuren A-Lagen. Unabhängig von der Lage rückt er den Mensch in den Fokus. „Es geht zunehmend um die Emotionalisierung des POS und einen zusätzlichen Nutzen für den Kunden. Das zeigt sich auch darin, dass gastronomische Angebote und Dienstleistungen beim Einkaufen immer wichtiger werden.“

„Etikettenschwindel bei Pachtverträgen“
Mit der Aussage, dass viele Händler mehr zahlen als sie eigentlich müssten, sorgte Andreas Vonkilch, Jurist an der Universität Innsbruck, für Staunen im Publikum. „In Österreich wird zwischen Pacht- und Mietstandorten unterschieden. Diese Unterscheidung ist meist ein reiner Etikettenschwindel, um die Kosten für Gebäudeerhaltungspflichten dem Mieter umzuhängen. Denn laut aktueller Judikatur sind auch Pachtverträge Mietverträge.“

„Ein iPhone hat mehr Sex-Appeal als Blumenkohl“
Wie Lidl Österreich das neue Stationär vorlebt, schilderte Alexander Thurn, Mitglied der Geschäftsleitung und Leiter des unternehmensinternen Immobilienressorts. „Öffnungszeiten, Raumordnung, Arbeitskosten machen allen im Kampf gegen Online zu schaffen. Wir haben uns aber an einen neuen Filialtyp gewagt, weil wir an stationär glauben. Was wir mit unseren Mitarbeitern können, kann kein Webshop der Welt. Lächeln, Freundlichkeit und persönliche Kommunikation funktioniert nur offline.“ Er ergänzt, dass Mitarbeiter zu finden und zu halten eine schwierige Aufgabe für einen Lebensmittelhändler ist, der im Kampf um gute Mitarbeiter auch mit anderen Branchen konkurriert. „Ein iPhone hat mehr Sex-Appeal als ein Blumenkohl.“ Investitionen in den stationären Handel lohnen sich für Thurn aber sowohl unternehmerisch als auch gesellschaftspolitisch.

„Der Kunde geht nach links und schaut nach rechts“
Mit welchen, meist leicht umzusetzenden aber oftmals nicht berücksichtigten Kniffen, Flächen optimiert werden können, erklärte Handelsexperte und Unternehmensberater Thomas Vogler: „Der Kunde geht nach links und schaut nach rechts. Machen Sie sich das Wissen um Verhalten und Psychologie zu Nutze. Sie können als Händler mit ganz einfachen Mitteln riesige Umsatzsteigerungen erzielen.“  Wie man stationär mit Garantie scheitert, ist für Vogler auch klar: „Schlechte Beratung ist der größte Supergau für einen stationären Händler.“

„Der Preis findet das Produkt“
Gelebte Digitalisierung im Handel stellte Umdasch gemeinsam mit Betten Reiter vor. Eigentümer Peter Hildebrand hat seine Filialen auf elektronische Preisschilder umgestellt und mit Digital Signage aufgerüstet. „Bei Preisaktionen können nun auch aktuelle Aktionspreise angezeigt werden.  Das ist ein großer Vorteil für Kunden und Mitarbeiter. Der Preis findet das Produkt, egal wo das Produkt hängt, der Preis kann zentral geändert werden. So bleibt mehr Zeit für Beratung.“ Michael Rodin-Lo von Umdasch, der das Projekt umgesetzt hat, sieht noch einen weiteren Vorteil von Digital Signage: „Wir können so verstärkt Emotionen am POS erzeugen.“

„Nicht einmal in England funktioniert die letzte Meile“
Über den idealen Standort von morgen und die Konkurrenz aus dem Web diskutierte eine hochkarätige Runde, bestehend aus Dieter Wasserburger, REWE International AG, Franz Pöltl, EHL Immobilien Gmbh, Nordal Cavadini, Oliver Wyman AG und Joachim Will, von der ecostra GmbH. „Lage, Lage, Lage hat auch heute noch Gültigkeit, Frequenz bleibt die wichtigste Komponente. Den Online-Handel nehmen wir nicht als Konkurrenz war. Wir leben im Multi-Channel-Zeitalter, da ist es selbstverständlich, dass man den Kunden auch diese Möglichkeit anbietet“, entzauberte Wasserburger das umgehende Schreckgespenst „Online“. Cavadini sieht günstigere Rahmenbedingungen für E-Commerce Pure-Player als für stationäre Händler, trotzdem erkennt er auch online viele ungelöste Probleme: „Unternehmen die die Last Mile betreiben, tun dies noch immer mit Verlusten. Nicht einmal in England funktioniert die letzte Meile“. Trotz Online-Boom beobachtet Pöltl eine ungebrochen starke Nachfrage nach Einzelhandelsimmobilien. „Es gilt „Big is beautiful“. Die schwachen Standorte fallen raus. Überall dort wo der Kunde einen eindeutigen Nutzen hat, wird der Standort funktionieren." „Auch zukünftig wird der weit überwiegende Teil stationär erwirtschaftet werden. Der Druck auf die Branche wird aber enorm werden. Erfolgreiche Läden werden als Destinationen erlebt. Die Ware tritt dabei in den Hintergrund. Es geht in Zukunft um den Einkauf als ein soziales Ereignis“, wagt Will einen Blick in die Zukunft.

„Mit Retro-Methoden schafft man keine Arbeitsplätze“
Den krönenden Abschluss des Standorttages bildete die Keynote von Georg Kapsch, CEO der Kapsch AG und Präsident der Industriellenvereinigung. Seine Rede war als Plädoyer für den Standort und für eine neue Standortpolitik zu verstehen.„Sowohl Handel als auch Industrie benötigen die richtigen Rahmenbedingungen. Jeder der wirtschaftet braucht gesellschaftspolitische und wirtschaftspolitische Offenheit. Nur Offenheit und Freiheit führen zu Wohlstandssteigerungen. Die Freiheit geht uns aber sukzessive verloren. Wir waren noch nie so stark reguliert wie heute“, tadelte Kapsch die österreichische Regulierungswut. Er nennt eine Reihe von Bereichen in denen es dringend Optimierungen bedarf: „Die Bürokratie ist in Österreich unfassbar. Bildung ist ein ganz wesentlicher Standortfaktor, der oftmals ignoriert wird. Ich bin überzeugt, dass das Thema Arbeitnehmerschutz vollkommen neu aufzusetzen ist, um den heutigen Arbeitswelten gerecht zu werden. Eine Steuer. Und Abgabenquote von 44% erdrückt alle Unternehmen.“ Die Digitalisierung sieht Kapsch als Chance und als alternativlos an. „Die Digitalisierung wird auch Jobs kosten, aber es ist die einzige Chance, dass wir wieder wettbewerbsfähig werden. Aktuell wird versucht mit Retro-Methoden Arbeitsplätze zu schaffen.  Wir brauchen aber wieder eine Vision, die auch mit zeitgemäßen Maßnahmen untermauert wird.“

Nach dem Standorttag blieb den Gästen noch ausreichend Zeit für ausgiebiges Networking bei der Verleihung des Goldenen Merkur. Die Kooperation zwischen Handelsverband und Handelszeitung vereinte zwei hochkarätige Veranstaltungen von großer Tradition zu einem Branchenevent der Extraklasse.