Österreichischer Lebensmittelhandel unterstützt WWF Forderung nach Stopp der Abholzung in Cerrado Savanne

Sojaproduktion bedroht brasilianischen Savannenwald. Heimische Lebensmittelhändler unterzeichnen Positionspapier zum Schutz der brasilianischen Cerrado-Region.

Wien, 27.10.2020 - Österreichs größte Lebensmittelhändler setzen sich aktiv für einen Stopp der Entwaldung und Zerstörung der Cerrado Savanne in Brasilien ein und unterstützen damit eine Forderung der Umweltschutzorganisation WWF. In einer gemeinsamen Deklaration fordern REWE, SPAR, HOFER, LIDL, Unimarkt, MPreis, Denn's, Kiennast, Kastner, TransGourmet, METRO und der Handelsverband als Branchenvertretung die brasilianischen Sojahändler auf, die Entwaldung für die Sojaproduktion zu beenden.

"Mit einem aggregierten Umsatz von mehr als 30 Milliarden Euro und über 120.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind die angeführten Unternehmen nicht nur ein wichtiger Teil der österreichischen Wirtschaft, sondern auch große Arbeitgeber. Gemeinsam nehmen wir unsere Verantwortung wahr, um den artenreichsten Savannenwald des Planeten zu schützen", erklärt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will im Namen der heimischen Lebensmittelhändler.

Für den Sojaanbau werden im Cerrado immer mehr Flächen gerodet (ca. 100.000 Hektar jährlich), um Futtermittel für die Viehhaltung zu liefern. Fast 50 Prozent der brasilianischen Sojaproduktion stammen aus dieser Region. Soja ist für die Hälfte der Entwaldung aufgrund der Lebensmittel- und Fleischproduktion weltweit verantwortlich.

2017 veröffentlichen 60 Nichtregierungsorganisationen, darunter der WWF Brasilien, ein Positionspapier zum Schutz des Cerrado, um die fortschreitende Abholzung der Savanne zu stoppen. Dieses Ziel hatten sich Ende 2019 bereits mehr als 150 Unternehmen und Investoren gesetzt und eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnet. Doch die großen brasilianischen Sojaverbände ABIOVE und ANEC sind vor der finalen Unterzeichnung abgesprungen. Die österreichischen Lebensmittelhändler rufen diese Verbände jetzt zur Rückkehr an den Verhandlungstisch auf, damit die Vereinbarung für eine entwaldungsfreie Sojaproduktion möglichst zeitnah in Kraft tritt. Auch aus großen europäischen Ländern wie Deutschland und Frankreich kommen aktuell gleichlautende Appelle.

Der Cerrado ist ein Savannenwald, der mit über zwei Millionen Quadratkilometer mehr als 24-mal so groß ist wie Österreich. Er beherbergt etwa fünf Prozent der biologischen Vielfalt der Erde, ist einer der wichtigsten Süßwasserlieferanten Südamerikas und bindet enorme Mengen an Kohlenstoff. Sein Erhalt ist auch für den weltweiten Klimaschutz bedeutsam. Im Laufe der letzten 40 Jahre wurde rund die Hälfte der natürlichen Vegetation in Acker- und Weideflächen umgewandelt, weitere 30 Prozent sind stark beeinträchtigt. Rinderhaltung und Sojaanbau gehören zu den Haupttreibern dieser bedrohlichen Entwicklung.

HIER finden Sie das Soja-Positionspapier des österreichischen Handels zum Schutz der Cerrado-Region.

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