Studie bestätigt: Einzelhandel bietet attraktive Jobs. Doch Branchenkrise verschärft sich. Streiks verschlimmern Lage.

79 % der Beschäftigten im Handel halten ihren Job für attraktiv. Doch die schlechte Konsumlaune führt zu immer mehr Schließungen. Streiks am 1. Adventwochenende kontraproduktiv.

Wien, 29.11.2023 - Der Handel ist ein attraktiver Arbeitgeber. Das belegt eine neue Studie der Johannes Kepler Universität Linz (JKU). Wie die repräsentative Erhebung ergab, ist für 79 % der Einzelhandelsmitarbeiter:innen ihr Job im Einzelhandel attraktiv. 81 % der Beschäftigten schätzen auch ihren Arbeitgeber als attraktiv ein.

„Rund 80 % der Handelsbeschäftigten schätzen ihren Job und ihren Arbeitgeber. Die Ergebnisse belegen ein positives Bild der Arbeitsbedingungen im Handel durch die Mitarbeiter:innen, obwohl das oft vielfach bewusst anders dargestellt wird. Nicht ohne Grund sind mehr als die Hälfte aller Handelsmitarbeitenden fünf Jahre und länger im selben Unternehmen tätig, 31 % sogar länger als zehn Jahre“, freut sich Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Handel in der Krise: Weitere Schließungen stehen bevor

Indes mehren sich die unerfreulichen Nachrichten aus der Branche. Alleine in den letzten zweit Tagen haben mit der Autowerkstattkette ATU, die an 25 Standorten in Österreich rund 400 Mitarbeiter:innen beschäftigt, und der Schuhhandelskette MyShoes mit 29 Filialen und 150 Beschäftigten zwei weitere große Unternehmen ihren Rückzug vom österreichischen Markt angekündigt. Auch der Buchhandel hat sich heute mit einem Hilferuf zu Wort gemeldet, wonach alleine in den ersten neun Monaten des Jahres fast 4 % der heimischen Buchhändler:innen ihr Gewerbe zurückgelegt haben.

„Im Handel erleben wir gerade dramatische Umwälzungen. Unsere Betriebe kämpfen mit sinkenden Umsätzen, während die Kosten für Energie, Personal, Logistik, Mieten und Fremdkapital enorm gestiegen sind. Gerade jetzt und in der so wichtigen Vorweihnachtszeit Streiks anzukündigen, ist ein falsches Signal der Gewerkschaft. Das schwächt unsere Betriebe noch mehr, und damit auch unsere Sozialsysteme und die Volkswirtschaft“, erklärt Handelssprecher Will.

Betriebsräte reagieren mit Verständnis auf schwierige wirtschaftliche Lage

Die von ÖGB-Chef Wolfgang Katzian heute erwähnten Fälle, wonach Betriebsräte und Gewerkschafter von Handelsunternehmen unter Druck gesetzt oder sogar bedroht würden, haben sich nach einer Recherche des Ö1-Mittagsjournals als unwahr herausgestellt. „Mit Fake News Propaganda zu machen geht gar nicht. Wir kennen genügend Betriebsräte, die in internen Gesprächen ein hohes Verständnis für die schwierige unternehmerische Lage ihrer Betriebe haben“, so Rainer Will vom freien und überparteiischen Handelsverband. „Wenn man den ohnehin schon kleinen Kuchen nun durch Streiks im Weihnachtsgeschäft bewusst und vorsätzlich nochmals verkleinert, dann darf man sich nicht wundern, wenn es noch weniger zu verteilen gibt.“

Deshalb appelliert Will einmal mehr an die Arbeitnehmervertreter, statt auf Kampfmaßnahmen auf weitere Verhandlungen zu setzen. Das gestern von den Arbeitgebern vorgelegte Angebot einer sechsprozentigen KV-Erhöhung plus 1.000 Euro abgabenfreie Prämie ist sehr attraktiv und bedeutet bei einem Einstiegsgehalt ein Plus von 12,02 % und bei einem Gehalt von 3.000 Euro eine Steigerung um 10,05 %. „Eine steuerfreie Prämie von 1.000 Euro würde für die Beschäftigten einen klaren Nettovorteil bringen. Es ist sehr bedauerlich, dass es hierzu keine Gesprächsbereitschaft seitens der Gewerkschaft gibt.“

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