HV-Studie: Künstliche Intelligenz setzt sich im Alltag durch: Nutzungsrate bei 32 %. Doch auch Skepsis nimmt zu.

Gegenüber dem Vorjahr hat sich die Zahl der Menschen, die KI-Anwendungen im Alltag nutzen, mehr als verdoppelt. HV-Studie zeigt die 5 größten Vorteile im Alltag aus der Sicht der Bevölkerung – und auch deren zunehmende Skepsis: Bereits zwei Drittel fordern Verbote für bestimmte Anwendungen.

Wien, 17. Mai 2024 – Ob ChatGPT, MidJourney, Bard, Bing, Gemini oder Firefly: Leicht zugängliche KI-Tools haben in den letzten zwei Jahren einen wahren Siegeszug hingelegt, und beinahe täglich werden neue Innovationen vorgestellt. Während sich die Einen über den digitalen Fortschritt freuen, fürchten Andere eine Gefährdung im Privat- und Arbeitsleben durch das „Computergehirn“. Überwiegt die Freude oder doch die Angst? Dazu haben der Handelsverband und Mindtake Research die österreichischen Konsument:innen befragt.

„Die Künstliche Intelligenz ist gekommen, um zu bleiben. Jede:r Dritte hat KI-Tools bereits genutzt. Das zeigt, dass wir uns mitten in einer technologischen Revolution befinden. Auch für den Handel eröffnen sich durch KI-Lösungen eine Menge neuer Chancen. Trotz aller Potenziale müssen wir aber auch die Risiken ernst nehmen. Mehr als zwei Drittel der Bevölkerung treten für Verbote von KI-Anwendungen in bestimmten Bereichen ein", fasst Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will die wichtigsten Ergebnisse der brandneuen Studie zusammen.

Kenntnisse über KI-Programme weit verbreitet, Nutzungsrate verdoppelt

Die Nutzungsrate der gängigen KI-Programme (z.B. ChatGPT, MidJourney, Bard) hat sich innerhalb des letzten Jahres mehr als verdoppelt: Sagten vor einem Jahr erst 15 % der Österreicher:innen, dass sie eines dieser Programme bereits genutzt haben, sind es heute schon 32 %. Weitere 47 % kennen die KI-Tools immerhin dem Namen nach. Die Zahl jener, die laut eigenen Angaben keinerlei Wissen zum Thema haben, hat sich hingegen von 39 % im Vorjahr auf 21 % nahezu halbiert.

Wenig verändert haben sich dabei die Erwartungen der Befragten zur Künstlichen Intelligenz: Ein gutes Drittel (37 %; VJ: 36 %) hat sehr oder eher positive Erwartungen rund um das Thema, jede:r Zweite (52 %; VJ: 47 %) denkt kritisch darüber. Die verbleibenden 12 % (VJ: 17 %) können oder wollen das Potenzial der Technologie nicht beurteilen.

Die fünf größten Vorteile Künstlicher Intelligenz sind laut den Befragten
1.    KI kann mein Leben erleichtern (26 %)
2.    KI kann mir Rat und Expertise bereitstellen (24 %)
3.    KI kann mich bei beruflichen Tätigkeiten unterstützen (24 %)
4.    KI kann mir neue Services bieten (24 %)
5.    KI kann mir meinen Einkauf vereinfachen (14 %)

Soll KI in bestimmten Bereichen verboten werden? 68 % sagen Ja!

So klar die zahlreichen Vorteile von KI-Anwendungen bei der Bevölkerung angekommen sind, so klar ist auch die Unterstützung für rechtliche Regulierungen: Laut der Umfrage treten 68 % der Österreicher:innen dafür ein, dass KI-Anwendungen in bestimmten Anwendungsbereichen verboten werden sollten. Vor einem Jahr waren erst 44 % dieser Meinung. Gegen gesetzliche Verbote sprechen sich nur noch 14 % (VJ: 26 %) aus, weitere 19 % (VJ: 30 %) sind unentschieden.

Neue Chancen für den Handel

Ein großes Pro-Argument zum Einsatz Künstlicher Intelligenz stellt die erwartete Stärkung der Wirtschaft und damit des Wohlstands in unserem Land dar: Ein gutes Drittel der Bevölkerung (37 %) ist überzeugt davon, dass KI die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Wirtschaft stärken wird.
„Auch immer mehr heimische Händler erkennen das Potenzial von Künstlicher Intelligenz“, berichtet Rainer Will, Geschäftsführer des freien und überparteilichen Handelsverbands. „Die Anwendungsgebiete sind nahezu unendlich und reichen von der Optimierung und Beschleunigung des Kerngeschäfts über die Entlastung von Routine- und Kontrollaufgaben oder die Unterstützung bei Entscheidungen bis hin zur Schaffung innovativer Geschäftsmodelle und damit neuer Marktchancen. Für die Kund:innen bedeutet das zum Beispiel, dass sie künftig ein personalisiertes und ultraflexibles Einkaufserlebnis erwarten dürfen.“

Im Webshop werden die Produktempfehlungen noch relevanter, im Marketing können die Angebote besser an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden. Im stationären Handel ermöglichen KI-Lösungen Innovationen wie den intelligenten Einkaufswagen oder eine automatische Artikelerkennung beim Bezahlen an der Self-Checkout-Kasse. Durch Optimierung der Sortimentsgestaltung und des Bestandsmanagements wird auch das Produktangebot in den Geschäften noch attraktiver.

Gleichzeitig dürfen die Unsicherheiten und Sorgen der Kund:innen und Mitarbeiter:innen nicht außer Acht gelassen werden, etwa hinsichtlich Arbeitsplatzsicherheit oder Datenschutz. „Unternehmen sollten deshalb alle Aktivitäten rund um KI transparent gestalten und offen kommunizieren“, empfiehlt Handelssprecher Rainer Will. „Die Herausforderung besteht darin, eine produktive Symbiose zwischen den Fähigkeiten von KI und den Kompetenzen der Menschen zu entwickeln – wobei Menschen die entscheidende Kontrollinstanz bleiben sollten.“

Der Handelsverband legt abseits von Studien für seine Mitglieder auch Schwerpunkte im Rahmen hochkarätiger Kongresse. Insbesondere am eCommerce Day am 13. Juni und am Tech Day am 21. November werden konkrete und erprobte Anwendungsfelder der Künstlichen Intelligenz im Handel präsentiert.

Über den Handelsverband Consumer Check

Im Zuge des Handelsverband Consumer Check werden im Laufe des Jahres jeweils 1.000 österreichische Konsument:innen zu jeweils 12 speziellen Themen oder Ereignissen im Handel befragt. Der Studie wird von MindTake Research, einem der führenden Full-Service-Online Marktforschungsinstitute im deutschsprachigen Raum, durchgeführt.

Kontakt

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Mag. Gerald Kühberger, MA
Pressesprecher
gerald.kuehberger@handelsverband.at
+43 (1) 406 22 36-77

Kontakt

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Mag. Manuel Friedl
Senior Communications Manager
manuel.friedl@handelsverband.at
+43 (1) 406 22 36-80