Neues KV-Beschäftigungsgruppenschema im Handel: Handelsverband fordert Prozesse neu und breiter zu denken und schneller zu handeln

Wien, 19.07.2016 -Mayer-Heinisch: Zeit den KV-Verhandlungsprozess unter Einbeziehung des Handelsverbandes praxisnäher zu gestalten und so auf breitere Beine zu stellen

Knapp zwei Jahre wurden von den Verhandlungspartnern aufgewendet, um ein neues Beschäftigungsgruppenschema samt vereinheitlichten Gehaltstafeln zu entwickeln. Zeit, um den Handel in Österreich wettbewerbsfähiger zu gestalten, Arbeitsplätze zu sichern und die Branche  zukunftsfähig zu machen. Die von Anfang an absehbaren,  nicht tragbaren negativen Auswirkungen auf die Personalkosten, haben einen Verhandlungserfolg verunmöglicht. Und das trotz durchwegs positiver inhaltlicher Ansätze, die zu einem modernen Beschäftigungsgruppenschema führen könnten.

„Wir bedauern das Scheitern und den Zeitverlust. Reformnotwendigkeit besteht dadurch mehr denn je, damit der Einzelhandel, der massiv unter Druck steht, fit für die Zukunft gemacht wird. Ich möchte den Appell an alle aussprechen, Prozesse neu zu denken, schneller zu handeln und den Verhandlungsprozess auf breitere Beine zu stellen“, so Stephan Mayer-Heinisch, Präsident des Handelsverbandes.

Auch wenn die Fronten verhärtet erscheinen, darf man sich jetzt nicht in die Sommerpause verabschieden, sondern muss den Prozess umso mehr von Grund auf überdenken und die Verhandlungen so schnell wie möglich fortführen. Bei der Herbstlohnrunde muss ein konsensorientierter Zugang im Vordergrund stehen, um eine positiven Abschluss zu erreichen.

„Aus unserer tiefen Überzeugung muss ein Schema entwickelt werden, das den Ansprüchen heutiger Zeit gerecht wird, denn auch das Kundenverhalten hat sich massiv verändert. Teilweise werden bis zu 50% des Umsatzes an Freitagen und Samstagen erzielt. Zudem werden Abende verstärkt für den Einkauf  in Anspruch genommen. Außerdem sind Kunden mobiler und reagieren schneller auf Veränderungen. Der E-Commerce sorgt dafür, dass sich die Erwartungshaltung an Öffnungszeiten erhöhen. Zu all dem verändern sich auch noch die demographischen Rahmenbedingungen und das damit verbundene steigende Pensionsantrittsalter“, so Mayer-Heinisch.

Wichtige große Themen und Fragestellungen wie die Arbeitszeitflexibilisierung und Zuschläge  werden seit Jahren verschleppt und nicht konsequent gelöst.  

„Der Arbeitsplatz Österreich muss in den Vordergrund gestellt werden, um gemeinsam das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Nun sind die Lehren und Konsequenzen aus dieser unbefriedigenden Situation zu ziehen. Alte Prozesse scheinen nicht mehr zu funktionieren. Die Mitglieder des Handelsverbandes - in Österreich tätige Unternehmen die 100.000 Arbeitsplätze schaffen -  wollen nicht mehr zusehen wie wertvolle Zeit vergeudet wird und fordern den Einbezug des Handelsverbandes in den Verhandlungsprozess, damit auch auf Seiten der Arbeitgeber die Interessen bestmöglich vertreten und die Praxisnähe sichergestellt ist. Es braucht einen transparenten und lösungsorientierten Prozess.  Schluss mit den Revierkämpfen, es ist höchste Zeit für neue Lösungen“, fordert Mayer-Heinisch.

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