KV-Verhandlungen im Handel: Arbeitgeber legen "duales Angebot" vor, das 11%-Forderung der GPA abdeckt. Mehr ist nicht drinnen.

Handelsverband appelliert im Zuge der 3. Verhandlungsrunde an Gewerkschaft, den gemeinsamen Weg zu suchen. Kombiangebot bietet Netto- und Liquiditätsvorteil für Beschäftigte.

Wien, 16.11.2023 -  Im Zuge der heutigen dritten Runde der Kollektivvertrags-Verhandlungen im Handel haben die Arbeitgebervertreter ein attraktives "duales Angebot" auf den Tisch gelegt, welches die ursprüngliche 11%-Forderung der Gewerkschaft erfüllt.

Das gesplittete Modell sieht sowohl eine Erhöhung des Bruttogehalts um +5% vor, als auch eine abgabenfreie Teuerungsprämie in Höhe von 800 Euro, also „brutto für netto“. Bei einem aktuellen Bruttogehalt von 1.945 Euro entspricht das einer Erhöhung um +11,13% in 2024. Bei einem aktuellen Bruttogehalt von 3.000 Euro beläuft sich die Erhöhung im kommenden Jahr auf +8,16%.

„Besondere Zeiten brauchen besondere Lösungen“

„Mehr ist nicht drinnen. Mit dem attraktiven Angebot der Arbeitgeber zeigt die Branche die Wertschätzung gegenüber ihren Beschäftigten auch finanziell klar und deutlich - trotz der rezessiven Phase im Handel. Aber besondere Zeiten brauchen besondere Lösungen. Das heute vorgelegte Kombimodell ist nicht nur sinnvoll, weil den 430.000 Handelsangestellten und Lehrlingen durch die Teuerungsprämie ein deutlicher Netto- und Liquiditätsvorteil entsteht, also brutto für netto. Es ist auch notwendig, um die Krise, in der jeder zweite Händler Verluste macht, gemeinsam zu meistern und nicht Firmen und Arbeitsplätze aufs Spiel zu setzen. Wir hoffen, dass auch die Gewerkschaft die akute Gefahr für die Beschäftigung im Handel erkennt und verantwortungsvoll handelt“, sagt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

Im Fokus der heurigen KV-Verhandlungen muss der nachhaltige Erhalt der Arbeitsplätze stehen. Ebenso braucht es mehr zusätzliche Kaufkraft für die Beschäftigten bei aktuell sinkender Inflationsrate. Unverhältnismäßig hohe Gehaltsforderungen der GPA würden hingegen zahlreiche Handelsbetriebe in ihrer wirtschaftlichen Existenz gefährden und gleichzeitig die gesamte Branche überfordern.

Zahl der unselbstständig Beschäftigten im Handel um -0,3% verringert

Nach wir vor versuchen die mehr als 77.000 heimischen Handelsunternehmen alles, um ihre Mitarbeiter:innen zu halten. Doch die zahlreichen Krisen in der Branche zeigen inzwischen ihre Auswirkungen auch am Arbeitsmarkt. Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Zahl der unselbstständig Beschäftigten bereits um 1.700 verringert (-0,3%), vor allem der Einzelhandel ist von Rückgängen betroffen. Und hier wiederum trifft es jene Branchen am härtesten, die schon von der Teuerungskrise am stärksten gebeutelt sind, also den Onlinehandel sowie den Elektro- und Möbelhandel.

„Wir appellieren daher dringend an die Gewerkschaft, Verantwortungsbewusstsein zu zeigen und das duale Angebot der Arbeitgeber anzunehmen. Weitere Kampfmaßnahmen hätten einen lose-lose-Effekt, da durch weitere Beeinträchtigung der Betriebe hin zum Weihnachtsgeschäft Umsätze abnehmen und unweigerlich in negativen Arbeitsplatzeffekten resultieren. Viele Handelsfirmen bewegen sich kostenseitig längst an der Klippe. Entscheidend ist auch, das Versprechen endlich einzulösen, die Zuschläge anzupassen - der Höhe nach und der Lage nach“, so Handelssprecher Rainer Will.

Generell ist zu berücksichtigen, dass allein durch die teuerungsabfedernden Maßnahmen der Bundesregierung wie die Abschaffung der kalten Progression oder die Teuerungsprämie bereits rund 3% der Inflation vom Staat abgefedert wurden.

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