KV-Verhandlungen: Gewerkschaft lehnt 11%-Kombiangebot der Arbeitgeber ab. Kompromissbereitschaft? Fehlanzeige!

Handelsverband: Arbeitgeber erfüllten ursprüngliche 11%-Forderung der GPA, die sich aber durch eine überraschende Erhöhung der Forderung nun immer weiter wegbewegt.

Wien, 16.11.2023 -  Nach dem Abbruch der dritten Runde der Handelskollektivvertragsverhandlungen durch die Gewerkschaft mahnt der Handelsverband mehr Rationalität und Verantwortungsbewusstsein ein. Die heutigen Handlungen der Arbeitnehmervertreter:innen zeugen nicht nur von einer fragwürdigen Verhandlungskultur, sondern lassen auch auf fehlende Kompromissbereitschaft schließen. Denn nachdem die Gewerkschaft eine 11%-Wunschforderung erhoben hat und die Arbeitgeberseite heute ein attraktives 11%-Kombiangebot zu dessen Abdeckung geschnürt hatte, um den Beschäftigten die Wertschätzung auch finanziell auszudrücken, erhöhte die Gewerkschaft ihre Forderung einfach auf nunmehr 11,55%.

"Nachdem die Arbeitgeber ein 11% Kombiangebot gelegt haben, sollte es das Interesse der Gewerkschaft sein, möglichst vielen Beschäftigten den Erhalt auch tatsächlich zu ermöglichen. Anstatt auf die Arbeitgeberseite zuzugehen und das Angebot redlich zu würdigen, wie das die Arbeitgeber getan haben, hat die GPA ihre ursprüngliche Forderung von 11 Prozent Gehaltsplus kurzerhand nochmals auf 11,55 Prozent erhöht. Die Arbeitnehmervertretung sucht hier bewusst das Trennende und nicht das Einende. Kompromissbereitschaft? Fehlanzeige!", kommentiert HV-Geschäftsführer Rainer Will den heutigen Verhandlungsabbruch.

Erwähnt sei auch, dass die heimischen Händler seit zwei Jahren reale Umsatzverluste verkraften müssen und heuer bereits mehr als 6.000 Standorte schließen mussten. Viele Handelsbetriebe stehen an der betriebswirtschaftlichen Kippe.

"Jede Maßnahme, welche die betrieblichen Abläufe behindert, führt nur dazu, dass das Angebot der Arbeitgeberseite geringer ausfallen kann. Denn wenn man den Kuchen bewusst und vorsätzlich verkleinert, dann darf man sich auch nicht wundern, wenn es weniger zu verteilen gibt. Wir hoffen sehr, dass man sich in der Redlichkeit, wie es die Arbeitgeber mit der Forderung der Arbeitnehmerseite getan haben, auch Gewerkschafts-intern auseinandersetzt und statt destruktiver Kampfmaßnahmen wieder auf Verhandlungen setzt. Der nachhaltige Arbeitsplatzerhalt muss für beide Seiten im Vordergrund stehen", so der Sprecher des österreichischen Handels.

Die nächste Verhandlungsrunde wird am 28. November stattfinden.

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