Startup-Förderungen zu streichen ist das falsche Signal für den Standort und den Arbeitsmarkt

Wien, 29.06.2016 - Mayer-Heinisch: Planungssicherheit bei Startup-Finanzierungsförderung muss gerade in Zeiten höchster Arbeitslosigkeit sichergestellt werden

Die heimische Politik ist bemüht Österreich als Startup Hotspot Nr. 1 zu positionieren - als idealen Nährboden für Startups. Gemeinsame Fotos mit erfolgreichen Gründern und Ansprachen in denen die hohe Relevanz dargelegt wird, sollen jedermann erkennen lassen wo Startups Zukunft haben: in Österreich.

Der Sprung in die Selbstständigkeit geht mit hohem Risiko einher, wodurch dem Förderungssystem in Österreich eine hohe Relevanz zukommt. Neben den etablierten Haftungsinstrumentarien, die ob der Kleinteiligkeit die Risikopositionen aus volkswirtschaftlicher Sicht niedrig halten und eine entscheidende Stütze für Firmen darstellen, begrüßt der Handelsverband neue Angebote wie die Inkubatorenförderung.

Zuschüsse wurden in den letzten Jahren aber aus Budgetgründen sukzessive gekürzt. Der Handelsverband nimmt nun mit großem Bedauern wahr, dass offenbar aufgrund von Bankenrettungen & Co und Umschichtungen Richtung Spitzenforschung die Löcher im Budget derart groß sein müssen, dass die staatliche Unternehmensfinanzierung Startups, bei der Gründung über den 31.7.2016 hinaus, nicht einmal mehr den 1.000 Euro aws Start-up-Scheck gewähren kann. Wenn gleich kein Rechtsanspruch auf Förderungen besteht, entsteht damit jedoch eine Diskriminierung zwischen angehenden Jungunternehmern die im 1. Halbjahr des laufenden Jahres gegründet/eingereicht haben und jenen die im 2. Halbjahr 2016 einreichen wollten. Planungssicherheit? Fehlanzeige! Die aws Start-up-Prämie - als wichtige erste Unterstützung - wurde bereits per Ende 2015 gänzlich eingestellt. Planungssicherheit? Fehlanzeige!

Damit hat in den letzten Tagen die Zukunft zahlreicher Startups einen herben Rückschlag erlitten, denn eine Komponente ist für junge Unternehmen die wichtigste: Planungssicherheit. Nur auf dieser Basis werden langfristige Gründungs- und damit Standortentscheidungen im Ländervergleich getroffen. Gerade in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit, insbesondere auch bei höherer und akademischer Ausbildung, deren Negativentwicklung man nicht Herr wird, schließt die Budgetpolitik erneut einen wichtigen Pfad für junge Menschen die etwas bewegen wollen und Risiko auf sich nehmen“, so Stephan Mayer-Heinisch, Präsident des Handelsverbandes.

Exakt jene Basis-Förderungen, ergänzend zu Haftungen, sind für Gründungen ausschlaggebend, die nicht im hochskalierbaren Bereichen wie Bio-, Life- und Physikal-Science angesiedelt sind und sich deshalb nicht für Investoren und Risikokapitalgeber eignen.

In diesen Bereichen ist ein Zuschuss kein „verlorener Zuschuss“, da er Arbeitsplätze schafft und so unmittelbar zurückzahlt: im Einzel- und Großhandel, im Handwerk und bei Dienstleistungen.

Daher empfiehlt der Handelsverband Förderangebote nicht unterjährig auslaufen zu lassen, sondern diesen volkswirtschaftlich wirksamen Hebel für neue Anstellungsverhältnisse wieder umzulegen. Im Sinne der Startups, deren Planungssicherheit und neuer Arbeitsplätze. 

 

 

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