• Coronavirus: Infocenter für Händler

    Der Handelsverband beantwortet die häufigsten Fragen

SARS-CoV-2: Die wichtigsten Informationen für den Handel

Auf dieser Seite stellen wir wichtige Informationen zum neuartigen Coronavirus (SARS-CoV-2) zusammen, die sowohl allgemeine als auch branchenspezifische Fragestellungen beantworten. Hiermit möchten wir einen Beitrag zur sachlichen Information und Aufklärung für den österreichischen Handel leisten. Die Seite wird fortlaufend aktualisiert.

Im Coronavirus Infocenter des Handelsverbandes laufen sämtliche Informationen aus dem In- und Ausland zu diesem Thema zusammen. Bei weiteren Fragen schreiben Sie uns an office@handelsverband.at

Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) hat zu Fragen rund um das Coronavirus eine eigene Hotline für Unternehmen eingerichtet, die 7 Tage in der Woche von 00:00 bis 24:00 Uhr unter 0800 555 621 erreichbar ist.

Allgemeine und medizinische Informationen zum Coronavirus

Fachinformation, Zahlen & Fakten zum Coronavirus

Alle medizinischen Fragen rund um das neuartige Coronavirus hat das deutsche Robert-Koch-Institut (RKI) auf seiner Internetseite gesammelt. Diese Seite informiert über die aktuelle Risikobewertung und gibt auch Empfehlungen zum Verhalten und zur Vorsorge. Sie wird regelmäßig aktualisiert.

Antworten und Fachinformationen auf häufig gestellte Fragen zum Coronavirus finden Sie auch auf der Website des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz.

Informationen zum COVID-19 Gesetz der Bundesregierung

Welche Betriebsstätten müssen geschlossen werden?

Im neuen COVID-19 Maßnahmengesetz ist geregelt, dass das Betreten von bestimmten Betriebsstätten "zum Zweck des Erwerbs von Waren- und Dienstleistungen" durch Verordnung untersagt werden darf, soweit dies zur Verhinderung der Verbreitung von COVID-19 erforderlich ist.

Die Verordnung wurde bereits erlassen und ist seit 16.3.2020 bis vorerst 13.4.2020 in Kraft. Durch das Inkrafttreten der Verordnung gelangen die Bestimmungen des Epidemiegesetzes 1950 betreffend die Schließung von Betriebsstätten nicht zur Anwendung. Das hat zur Folge, dass die Entschädigungen, die im Epidemiegesetz vorgesehen sind (Vergütung für entstandene Vermögensnachteile des Unternehmens und für Mitarbeiter), nicht zustehen. Auch der Handel ist somit auf das Krisenpaket angewiesen.

Auszug aus der Verordnung:

Das Betreten des Kundenbereichs von Betriebsstätten des Handels und von Dienstleistungsunternehmen zum Zweck des Erwerbs von Waren oder der Inanspruchnahme von Dienstleistungen ist untersagt. Ausgenommen davon sind folgende Bereiche:

  • Öffentliche Apotheken
  • Lebensmittelhandel (einschließlich Verkaufsstellen von Lebensmittelproduzenten) und bäuerlichen Direktvermarktern
  • Drogerien und Drogeriemärkte
  • Verkauf von Medizinprodukten und Sanitärartikeln, Heilbehelfen und Hilfsmitteln
  • Gesundheits- und Pflegedienstleistungen
  • Dienstleistungen für Menschen mit Behinderungen, die von den Ländern im Rahmen der Behindertenhilfe–, Sozialhilfe–, Teilhabe– bzw. Chancengleichheitsgesetze erbracht werden
  • Veterinärmedizinische Dienstleistungen
  • Verkauf von Tierfutter
  • Verkauf und Wartung von Sicherheits- und Notfallprodukten
  • Notfall-Dienstleistungen
  • Agrarhandel einschließlich Schlachttierversteigerungen sowie der Gartenbaubetrieb und der Landesproduktenhandel mit Saatgut, Futter und Düngemittel
  • Tankstellen
  • Banken
  • Post einschließlich Postpartner, soweit deren Unternehmen unter die Ausnahmen des § 2 fällt
  • Telekommunikation
  • Dienstleistungen im Zusammenhang mit der Rechtspflege
  • Lieferdienste
  • Öffentlicher Verkehr
  • Tabakfachgeschäfte und Zeitungskioske
  • Hygiene und Reinigungsdienstleistungen
  • Abfallentsorgungsbetriebe
  • KFZ-Werkstätten

WICHTIG: Das Verbot besteht nur "zum Zweck des Erwerbs von Waren- und Dienstleistungen". Unternehmen, in denen kein Kontakt mit Kunden besteht, sind von dem Verbot demnach nicht betroffen. Ebenso sind der Inhaber der Betriebsstätte und seine Mitarbeiter oder Personen, die in dieser Betriebsstätte Dienstleistungen erbringen (etwa Reinigungsarbeiten besorgen), vom Betretungsverbot nicht betroffen.

Es drohen hohe Strafen, wenn die Betriebsstätte entgegen der Verordnung geöffnet wird (bis zu € 30.000 für den Betriebsinhaber; bis zu € 3.600 für die Kunden).

Ist der Verkauf über Click&Collect erlaubt?

Nach Einschätzung des Handelsverbandes ist der Verkauf über Click&Collect bzw. die Abholung der Ware bei Betriebsstätten derzeit nicht erlaubt. Der Wortlaut der Verordnung lautet: "Das Betreten des Kundenbereichs von Betriebsstätten des Handels" ist verboten.

Unseres Erachtens zählt auch der Kundenparkplatz, das Warenabhollager, etc. zur Betriebsstätte und dort befinden sind normalerweise ebenso Kunden (Kundenbereich). Darüber hinaus fällt das Abholen einer Ware nicht unter die Gründe, die das Verlassen des Wohnsitzes bzw. das Betreten von öffentlichen Orten derzeit erlauben (Ausgangsbeschränkung).

Unterstützungsleistungen für Händler

Welche Maßnahmen setzt die Regierung zur Sicherung von Standort und Beschäftigung?

Die Bundesregierung hat am 14.3.2020 ein 4-Milliarden-Euro-Krisenpaket und am 18.3.2020 ein 38-Milliarden-Hilfspaket für die Wirtschaft verkündet.

Neben den bereits angekündigten 4 Mrd. Euro an Soforthilfe sollen 9 Mrd. für Garantien und Kredithaftungen, 15 Mrd. an Notfallhilfe für besonders betroffene Branchen wie den Handel, sowie 10 Mrd. an Steuerstundungen umfassen. Grundsätzlich werden die Finanzhilfen allen österreichischen Unternehmen offen stehen, primär allerdings jenen Betrieben, die direkt von den Schließungs-Maßnahmen der Regierung betroffen sind.

Es wird einen leichteren Zugang zu Krediten und staatliche Überbrückungskredite geben. Zudem werden Steuerstundungen und ein Corona-Kurzarbeitmodell ermöglicht. Die Corona-Kurzarbeit wird mit 400 Millionen Euro ausgestattet werden. Es soll nur 48 Stunden dauern, bis man einen Antrag stellen kann. Unternehmen können Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach Hause schicken und weiter beschäftigen. Die Arbeitszeit wird also zu 100% senkbar sein. Zusätzlich gibt es einen Fonds für Härtefälle – allen voran gedacht für Familienbetriebe.

Welche Unterstützungsleistungen kann ich als selbstständiger Händler in Anspruch nehmen?

SVS-Versicherten können ab sofort die ...

  • Stundung der Beiträge
  • Ratenzahlung der Beiträge
  • Herabsetzung der vorläufigen Beitragsgrundlage
  • gänzliche bzw. teilweise Nachsicht der Verzugszinsen

beantragen.

Antrag zur Stundung und Ratenzahlung: Online-Formular

Herabsetzung der vorläufigen Beitragsgrundlage: Online-Formular Herabsetzung

Wie kann ich als EPU oder KMU Liquiditätsschwierigkeiten vermeiden?

Überbrückungsfinanzierung für EPUs und KMUS: Um Liquiditätsschwierigkeiten von Unternehmen zu verhindern, wurde vom aws im Auftrag des Bundesministeriums für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort die aws Überbrückungsgarantie gestartet.

Österreichische Unternehmen aus Gewerbe und Industrie können bei Betriebsmittelkrediten von bis zu 2,5 Millionen Euro mit einer 80-prozentigen Garantie unterstützt werden. Unterstützt werden Betriebsmittelfinanzierungen wie Wareneinkäufe oder Personalkosten, die aufgrund der gegenwärtigen Coronavirus-Krise über keine oder nicht ausreichende Liquidität zur Finanzierung des laufenden Betriebes verfügen bzw. deren Umsatz- und Ertragsentwicklung durch Auftragsausfälle oder Marktänderungen beeinträchtigt ist. Die Garantielaufzeit beträgt maximal 5 Jahre. Unternehmen, die im der Antragstellung vorausgegangenen Wirtschaftsjahr die Kriterien des Unternehmens-Reorganisationsgesetzes (URG) erfüllen (Eigenmittelquote weniger als 8% und fiktive Schuldentilgungsdauer mehr als 15 Jahre) sind ausgeschlossen.

Anträge können HIER gestellt werden.

Wer kann auf den Härtefallfonds zugreifen?

Für Ein-Personen-Unternehmen, Kleinstunternehmen, Neue Selbstständige, freie Dienstnehmer und Non-Profit-Organisationen wurde ein Härtefallfonds mit 1 Milliarde Euro Fördervolumen eingerichtet. Die WKÖ wickelt diese Förderung im Auftrag des Bundes ab. Die Förderrichtlinie werden derzeit noch erarbeitet.

Was kann ich tun, wenn ich die Sozialversicherungsbeiträge nicht mehr bezahlen kann?

Die ÖGK hat ein Maßnahmenpaket geschnürt, um bei kurzfristigen Liquiditätsengpässen aufgrund von Auswirkungen durch den Corona-Virus zu helfen. Das sind die konkreten Hilfsmaßnahmen:

  • Stundung der Beiträge: Bei Liquiditätsengpässen, die auf die aktuelle Situation zurückzuführen sind, wird die maximale Stundungsdauer von ein auf drei Monate verlängert.
  • Ratenzahlung der Beiträge: Die Ratendauer kann auf bis zu 18 Monate verlängert werden.
  • Nachsicht bei Säumniszuschlägen: Coronabedingte Meldeverspätungen können auf Antrag der Unternehmen nachgesehen werden.
  • Aussetzen von Exekutionsanträgen und Insolvenzanträgen: Im Einzelfall können bei coronabedingten Liquiditätsengpässen Exekutionsanträge und Insolvenzanträge aufgeschoben werden. Besondere Sicherstellungen sind dazu nicht erforderlich.

Voraussetzung für diese Erleichterungen sind entsprechende Anträge an die ÖGK.

Wo/Wie kann ich steuerliche Erleichterungen beantragen?

Das Finanzministerium bietet von den Maßnahmen rund um Covid-19 betroffenen Unternehmen ein "kombiniertes Formular" an, mit dem alle steuerlichen Erleichterungen auf einmal zu beantragen sind. Damit soll die Liquidität der Unternehmen gesichert werden.

Den kombinierten Antrag zu Sonderregelungen betreffend Coronavirus des Finanzministeriums finden Sie HIER.

Das Formular kann an corona@bmf.gv.at geschickt oder über FinanzOnline hochgeladen werden. Beantragt werden können die Herabsetzung der Vorauszahlungen für die Einkommen- und Körperschaftsteuer bis auf null, der Entfall von Anspruchszinsen für Nachforderung aus Steuerbescheiden, spätere Zahlungen bzw. Ratenzahlungen sowie der Verzicht oder die Senkung von Säumniszuschlägen.

Corona-Kurzarbeit

Häufig gestellte Fragen zur COVID-19-Kurzarbeit: Untenstehende Fragen beziehen sich auf Informationen des Bundesministeriums für Arbeit, Familie und Jugend (Stand 23.3.2020) sowie des AMS.

Welche Voraussetzungen müssen für die Kurzarbeit erfüllt sein?

  • Vorübergehende wirtschaftliche Schwierigkeiten in Zusammenhang mit COVID-19 (Corona).
  • Arbeitszeitausfall: mindestens 10% und maximal 90% der gesetzlich oder kollektivvertraglich festgelegten Normalarbeitszeit. Innerhalb des Kurzarbeitszeitraumes ist eine Ausfallzeit bis zu 100% möglich, im Durchschnitt des Kurzarbeitszeitraumes dürfen aber 90% Ausfallzeit nicht überschritten werden.
  • COVID-19-Sozialpartnervereinbarung über die näheren Bedingungen der Kurzarbeit, insbesondere: Geltungsbereich, Dauer, Aufrechterhaltung des Beschäftigungsstandes, Festlegung des Arbeitszeit-Ausfalls.

Welche Dienstnehmer kommen für Kurzarbeit in Frage?

Alle arbeitslosenversicherten Dienstnehmer kommen für Kurzarbeit in Frage.

  • Mitglieder des geschäftsführenden Organs sind förderbar, wenn sie ASVG-versichert sind.
  • Lehrlinge sind förderbar.
  • Dienstverhältnisse unter der Geringfügigkeitsgrenze, freie Dienstverhältnisse, Einpersonenunternehmer und Gesellschafter-Geschäftsführer sind nicht von den Kurzarbeitsregelungen umfasst.

Was sind die Schritte, wenn ein Unternehmen Kurzarbeit plant?

Schritt 1: Informationen

  • Information einholen bei AMS oder WKO (Landeskammer) oder Gewerkschaften, insbesondere über den genauen Ablauf für die Sozialpartnervereinbarung
  • Gespräche mit Betriebsrat, wenn vorhanden, ansonsten mit Mitarbeitern

Schritt 2: Folgende Dokumente sind vom Arbeitgeber auszufüllen bzw die dazugehörigen Vereinbarungen abzuschließen:

Schritt 3: Einholung der Unterschrift der Sozialpartner - erfolgt in manchen Bundesländern durch das AMS; GPA-djp (kurzarbeit@gpa-djp.at); Landes-WK

Schritt 4: Übermittlung dieser Dokumente via eAMS-Konto oder per E-Mail an die AMS-(Landes)Geschäftsstelle, die für den Unternehmensstandort zuständig ist (Sozialpartnervereinbarung wird in manchen Bundesländern von den Sozialpartnern direkt an das AMS übermittelt)

Der Antrag auf Kurzarbeitsbeihilfe kann rasch und rückwirkend ab 1.3.2020 gestellt werden.

Welche Informationen werden vom AMS benötigt?

Das auszufüllende Formular finden Sie hier. Im Wesentlichen benötigt das AMS neben
allgemeinen Daten:

  • Beschäftigtenstand
  • Geplanter Kurzarbeitszeitraum
  • Anzahl der von Kurzarbeit betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den
    jeweiligen Einkommensgruppen
  • Durchschnittliches Bruttoentgelt in den jeweiligen Einkommensgruppen
  • Summe der voraussichtlichen Ausfallstunden

Kann die Arbeitszeit auch auf 0 Stunden reduziert werden?

  • Im gesamten Durchrechnungszeitraum kann die Arbeitszeit um maximal 90 Prozent
    reduziert werden. Somit reduzieren sich auch die Lohnkosten um bis zu 90 Prozent.
  • Dabei können aber auch längere Zeiträume mit einer Wochenarbeitszeit von 0
    Stunden vereinbart werden. Die reduzierte Arbeitszeit muss nur im Durchschnitt
    erreicht werden. Beispiel: Kurzarbeitsdauer 6 Wochen; 5 Wochen 0% Arbeitszeit, 1
    Woche 60%.
  • Der Durchrechnungszeitraum darf nicht länger sein als der bewilligte Kurzarbeitszeitraum.

Muss der Arbeitnehmer seinen gesamten Urlaub und sein gesamtes Zeitguthaben verbrauchen?

  • Bei der Corona-Kurzarbeit müssen Arbeitnehmer in Abstimmung mit dem Arbeitgeber den gesamten Urlaubsanspruch vergangener Urlaubsjahre und das gesamte Zeitguthaben verbrauchen.
  • Bei einer Verlängerung der Kurzarbeit über drei Monate hinaus sind weitere drei
    Wochen Urlaubsanspruch zu konsumieren.
  • Das Urlaubsentgelt bemisst sich am Entgelt vor Kurzarbeit und ist vom Arbeitgeber zu tragen.

Was gilt im Krankheitsfall?

  • Für Zeiträume, in denen eine Arbeitsleistung vereinbart wurde, hat der Arbeitgeber die der vereinbarten Arbeitszeit entsprechende Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall zu tragen.
  • In geplanten Ausfallzeiten reduziert ein Krankenstand nicht die Kurzarbeitsbeihilfe des AMS. Die verrechenbaren Ausfallstunden bemessen sich am geplanten Arbeitsausfall.
  • Der Arbeitnehmer bekommt während des gesamten Zeitraums 80/85/90 Prozent des
    bisherigen Nettoentgelts.

Wie viel Geld bekommt der Arbeitnehmer? Wie hoch sind die Nettoersatzraten?

Die Kurzarbeitsbeihilfe des AMS bemisst sich am Nettoentgelt des Arbeitnehmers vor Kurzarbeit und garantiert ein Mindesteinkommen:

  • Für Lehrlinge 100% des bisherigen Nettoentgelts
  • Bis zu € 1.700,- Bruttoentgelt beträgt das Entgelt 90% des bisherigen Nettoentgelts.
  • Bis zu € 2.685,- Bruttoentgelt beträgt das Entgelt 85% des bisherigen Nettoentgelts.
  • Ab € 2.686,- Bruttoentgelt beträgt das Entgelt 80% des bisherigen Nettoentgelts.

Für Einkommen bis zur Höchstbeitragsgrundlage ersetzt das AMS dem Arbeitgeber die Mehrkosten, die sich im Vergleich zur tatsächlichen Arbeitszeit ergeben, nicht jedoch für den Einkommensteil darüber.

Wie viel bekommt der Arbeitgeber vom AMS?

  • Der Arbeitgeber muss nur noch die geleistete Arbeitszeit bezahlen. Die Differenz übernimmt das AMS.
  • Die Pauschalsatztabellen finden Sie hier.
  • Ein Beihilfenrechner findet sich hier.

Wie lange erhalten Unternehmen die Beihilfe?

Zunächst höchstens 3 Monate. Sind weiterhin alle Voraussetzungen erfüllt, kann die Beihilfe unmittelbar um maximal 3 weitere Monate verlängert werden.

Muss der Arbeitgeber weiterhin die Sozialversicherungsbeiträge bezahlen?

Die Sozialversicherungsbeiträge des Dienstgebers bemessen sich am Entgelt vor Kurzarbeit. Im neuen Kurzarbeitsmodell werden auch diese erhöhten Beiträge ab dem ersten Tag vom AMS übernommen.

Wie schnell/ab wann kann das Kurzarbeitsmodell vereinbart werden?

  • Die Sozialpartner haben zugesagt, ab Abschluss der Gespräche auf betrieblicher Ebene (Vorliegen einer unterschriftsreifen Betriebsvereinbarung / Einzelvereinbarung) eine Sozialpartnervereinbarung innerhalb von 48 Stunden zu ermöglichen.
  • Die Corona-Kurzarbeit kann bei Vorliegen der Voraussetzungen auch rückwirkend beantragt werden.

Kann der Arbeitgeber Mitarbeiter während Kurzarbeit kündigen? Wie lange muss der Arbeitgeber Mitarbeiter nach der Kurzarbeit behalten?

Der Arbeitgeber ist laut Sozialpartnereinigung verpflichtet, während Kurzarbeit und bis zu einem Monat nach Ende der Kurzarbeit den Beschäftigtenstand aufrechtzuerhalten. Bei besonderen Verhältnissen ist über den Entfall der Behaltefrist zu verhandeln.

Wie und wann erfolgt die Abrechnung?

Für die in die Kurzarbeit einbezogenen Arbeitnehmer ist für jeden Kalendermonat bis zum 28. des Folgemonats eine Abrechnungsliste vorzulegen. Die Auszahlung der Kurzarbeitsbeihilfe erfolgt im Nachhinein pro Kalendermonat nach Vorlage und Prüfung der Teilabrechnung.

Die Bewilligung der Kurzarbeitsbeihilfe kann bei Kredit- und Garantiengebern als Sicherheit vorgelegt werden.

Bekomme Unternehmen auch für Sonderzahlungen eine Beihilfe?

In den Pauschalsätzen des AMS sind auch die anteiligen Sonderzahlungen enthalten.

Kann Kurzarbeit nur für einzelne Arbeitnehmer vereinbart werden?

Ja. Kurzarbeit muss nicht für den ganzen Betrieb vereinbart werden. Sie kann auch nur einzelne Beschäftigte vereinbart werden.

Miete unter Vorbehalt zahlen wegen Nichtbenutzbarkeit des Mietobjektes

ABGB: Nichtbenutzbarkeit eines Mietobjektes wegen außerordentlicher Zufälle?

Das ABGB sieht in § 1104 bzw. § 1105 bei Nichtbenutzbarkeit eines Mietobjektes wegen außerordentlicher Zufälle (worunter auch "Seuchen" fallen) einen Entfall der Zinspflicht bzw. eine Mietzinsreduktion vor. "Von den Vertragspartnern nicht provozierte hoheitliche Verfügungen", wie das derzeit bestehende angeordnete Betretungsverbot von Geschäften, sind dem ebenso gleichzusetzen.

Da Mietobjekte von Handelsunternehmen aufgrund eines außerordentlichen Zufalls derzeit nicht für den vereinbarten Zweck brauchbar sind, empfehlen wir Ihnen folgende Vorgangsweise:

  • Prüfen Sie in Ihrem Mietvertrag, ob die Bestimmung § 1104 ABGB ausgeschlossen wurde (ist eine dispositive Bestimmung, d.h. sie könnte abbedungen worden sein)
  • Wenn nein, zeigen Sie Ihrem Vermieter/Hausverwaltung die Beeinträchtigung sofort schriftlich an.
  • In Ihrem Schreiben sollte Sie darauf verweisen, dass bereits ab Beginn der Nichtbenutzbarkeit des Mietobjekts aufgrund außerordentlicher Zufälle gemäß § 1104 bzw. § 1105 ABGB, nämlich des per "Verordnung des Bundesministers für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz betreffend vorläufige Maßnahmen zur Verhinderung der Verbreitung von COVID-19" angeordneten Verbotes des Betretens des Kundenbereichs von Betriebsstätten des Handels, ein Entfall bzw. Minderung der Zinspflicht zusteht.
  • Zusätzlich sollten Sie unbedingt darauf hinweisen, dass man bereits zu­ viel bezahlte Miete zurückfordert und weitere Mietzahlungen nur unter Vor­be­halt erfolgen.

Wir empfehlen Ihnen, nicht einseitig die Miete zu mindern oder gänzlich nicht zu entrichten, um Kündigungen hintanzuhalten. Die Verjährungsfrist für die Rückforderung des zu viel bezahlten Mietzinses beträgt 3 Jahre.

Arbeitskräfteüberlassung: "Händler helfen Händlern"

Wie funktioniert die neue Jobplattform für temporäre Arbeitskräfteüberlassung im Handel?

Der Handelsverband hat am 15.3. gemeinsam mit Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck die Job-Initiative "Händler helfen Händler" gestartet. Das gemeinsamesZiel: Die Beschäftigung möglichst vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Nicht-Lebensmittelhandel zu sichern, indem diese bis zum Ende der Corona-Krise im Lebensmittelhandel mitarbeiten können.

Unsere Jobplattform ermöglicht also eine temporäre Arbeitskräfteüberlassung im Handel. Der Handelsverband bietet selbst keine Arbeitskräfteüberlassung an, sondern macht lediglich ein kostenfreies Matchmaking zwischen den Händlern (keine Regelmäßigkeit, kein gewerblicher Charakter). Die Abwicklung erfolgt direkt zwischen beiden Handelsunternehmen.

Mehr dazu auf www.handelsverband.at/jobs-im-handel

Wie funktioniert das aus rechtlicher Sicht?

Arbeitskräfteüberlassung liegt vor, wenn ein Arbeitgeber (Überlasser) seine Arbeitnehmer einem Dritten (Beschäftiger) auf Grund eines Überlassungsvertrages zur Verfügung stellt.

 

  • Die Pflichten des Arbeitgebers, insbesondere im Sinne der sozialversicherungsrechtlichen Vorschriften, werden durch die Überlassung nicht berührt. Der Überlasser ist Arbeitgeber und hat daher die sozialversicherungsrechtlichen Meldepflichten (Anmeldung zur Krankenversicherung etc.) zu erfüllen.
  • Für die Dauer der Beschäftigung im Betrieb des Beschäftigers gilt der Beschäftiger als Arbeitgeber im Sinne der Arbeitnehmerschutzvorschriften.
  • In § 1 Abs 3 Arbeitskräfteüberlassungsgesetz ist geregelt, dass die Überlassung von Arbeitskräften zwischen inländischen Unternehmen bei einer vorübergehende Überlassung von Arbeitskräften an Beschäftiger, welche die gleiche Erwerbstätigkeit wie der Überlasser ausüben, unter der Voraussetzung, dass der Charakter des Betriebes des Überlassers gewahrt bleibt (bis zur Höchstdauer von sechs Monaten im Kalenderjahr, wobei auch die Zeiten nacheinander folgender Überlassungen verschiedener Arbeitskräfte zusammenzuzählen sind) vom Geltungsbereich der §§ 10 bis 16a ausgenommen sind.

Was bedeutet das in einfachen Worten?

Die Bestimmungen §§ 10 bis 16a des AÜG, die nicht zur Anwendung kommen, betreffen die Regelungen zu Entgelt (es kommt ohnehin der KV Handel zur Anwendung) sowie diverse Verpflichtungen zur Dokumentation (vertragliche Vereinbarung, Informationspflichten, Aufzeichnungspflichten, Mitteilungspflichten). D.h. eine Arbeitskräfteüberlassung sollte unbürokratischer möglich sein.
Eine einseitige Überlassung ist jedoch (außer im Arbeitsvertrag ist ev. etwas anderes geregelt) nicht zulässig. Ein Arbeitskräfteüberlassungsvertrag sollte abgeschlossen werden zwischen den zwei Händlern.

Bzgl. Bezahlung gilt: Der Überlasser schließt mit dem Beschäftiger einen Überlassungsvertrag ab. In diesem überlässt er die Arbeitskraft dem Beschäftiger zur Arbeit in dessen Betrieb. Die Höhe des Entgelts für die Überlassung wird zwischen den beiden Betrieben geregelt. Zwischen Beschäftiger und der überlassenen Arbeitskraft wird kein direkter Vertrag abgeschlossen. Arbeitgeber der überlassenen Arbeitskraft ist und bleibt der Überlasser und er zahlt daher auch weiterhin das Entgelt.

Arbeitsrechtliche Informationen

Welche Maßnahmen habe ich zu treffen, wenn bei einem meiner Mitarbeiter Coronavirus-Verdacht besteht?

Grundsätzlich haben Sie als Arbeitgeber, wenn es einen Verdachtsfall in Ihrem Unternehmen gibt, keine gesetzliche Verpflichtung, die Behörden zu verständigen. Im Sinne der Fürsorgepflicht des Arbeitsgebers gegenüber seinen Mitarbeitern sollten Sie allerdings bei der Gesundheitsberatung 1450 anrufen, um die weitere Vorgangsweise zu besprechen. Wichtig ist, dass die Gesundheitsbehörden Tests zur Prüfung einer Infizierung mit dem Corona-Virus nur dann durchführen, wenn der Betroffene sich in einem gefährdeten Gebiet (z.B. Lombardei) aufgehalten hat und Symptome der Erkrankung (Fieber, Husten, Atembeschwerden, Kurzatmigkeit) zeigt.

Bin ich als Arbeitgeber verpflichtet, im Betrieb Vorsorgemaßnahmen zur Vermeidung der Ansteckung zu treffen?

Nein, grundsätzlich nicht. Auf Basis der Fürsorgepflicht sind aber die nachstehenden dargestellten Maßnahmen und Handlungsanweisungen zu empfehlen.

Welche Schutzmaßnahmen kann ich bei meinen Arbeitnehmern ergreifen?

Vor allem in Betrieben mit regem Kundenkontakt (Handel) bzw. bei Kundenkontakt mit gefährdeten Personen sind Sie als Arbeitgeber aufgrund Ihrer Fürsorgepflicht angehalten, geeignete Vorsorgemaßnahmen zu ergreifen, um Arbeitnehmer vor Infektionen zu schützen. Dazu zählen u.a.:

  • Täglich mehrmals Händewaschen mit Wasser und Seife oder einem Desinfektionsmittel
  • Vermeidung von Kontakt zu kranken Menschen
  • Bedecken von Mund und Nase mit einem Taschentuch (nicht mit den Händen) bei Husten oder Niesen

Muss ich als Arbeitgeber für meine Mitarbeiter, die laufend Kundenkontakt haben, Schutzausrüstung bereitstellen?

Aktuell gibt es keine Verpflichtung des Arbeitgebers, Mitarbeiter wie Verkäufer/innen mit Gesichtsmasken bzw. Handschuhen zu versorgen. Hygienemaßnahmen wie mehrmaliges Händewaschen mit Seife am Tag sind ausreichend. Es gibt aktuell keine Möglichkeit, Konsumenten zum Tragen einer Gesichtsmaske zu verpflichten. Die Wirksamkeit dieser Maßnahme ist ohnehin umstritten, da damit die Ansteckung des Gesichtsmaskentragenden mit Corona nicht effektiv verhindert werden kann.

Können meine Mitarbeiter darauf bestehen, Schutzmasken zu tragen?

Laut Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) sind Einmal-Mundschutzmasken kein wirksamer Schutz gegen Viren oder Bakterien, die in der Luft übertragen werden. Sie können aber dazu beitragen, das Risiko der Weiterverbreitung des Virus durch Spritzer von Niesen oder Husten zu verringern. Solange die Behörden solche Mundschutzmasken jedoch nicht verordnen, können diese auch nicht gegen den Willen des Arbeitgebers durchgesetzt werden.

Dürfen meine Arbeitnehmer von der Arbeit fernbleiben, wenn sie sich vor einer Ansteckung fürchten?

Nein, ein grundloses einseitiges Fernbleiben von der Arbeit stellt eine Verletzung der Dienstpflichten und damit einen Entlassungsgrund dar. Eine Verweigerung der Arbeitsleistung wäre nur dann gerechtfertigt, wenn eine objektiv nachvollziehbare Gefahr bestünde, sich bei der Arbeit mit dem Coronavirus anzustecken. Dies wäre dann gegeben, wenn es im unmittelbaren Arbeitsumfeld bereits zu einer Ansteckung mit dem Virus gekommen ist. Das gilt aber nicht für jene Arbeitnehmer, die berufsmäßig mit Krankheiten regelmäßig zu tun haben, wie etwa in Apotheken.

Dürfen sich meine Mitarbeiter weigern, Kunden im Geschäft zu bedienen?

Aus arbeitsrechtlicher Sicht besteht für Mitarbeiter im Handel, wo Arbeitnehmer Leistungen für Verbraucher erbringen und ständig in Kontakt mit Kunden sind, immer ein gewisses Risiko, sich mit Krankheiten zu infizieren. Die Gefahr, sich mit dem Coronavirus als Retail-Mitarbeiter bei Kunden zu infizieren ist vergleichbar mit dem Risiko, welches bei anderen Krankheiten besteht. Eine Weigerung von Mitarbeitern, Kunden zu bedienen, ist daher aktuell nicht gerechtfertigt. Abzuwarten bleibt, wie sich die Situation weiterentwickelt.

Darf ich als Arbeitgeber einseitig Homeoffice anordnen?

Nein, grundsätzlich muss Homeoffice zwischen dem Arbeitnehmer und dem Arbeitgeber ausdrücklich vereinbart werden. Eine Anordnung durch den Arbeitgeber ist möglich, wenn eine diesbezügliche Vereinbarung im Arbeitsvertrag bereits enthalten ist oder sich darin eine sogenannte Versetzungsklausel findet, wonach man einseitig an einen anderen als den ursprünglich vereinbarten Arbeitsort versetzt werden kann. Der Arbeitgeber hat dann die allenfalls anfallenden Kosten (zB für Internet) zu übernehmen.

Wie sieht es mit der Entgeltfortzahlung für Mitarbeiter aus, die in Quarantäne sind?

Wenn ein Arbeitnehmer (unverschuldet) erkrankt und in der Folge von der Bezirksverwaltungsbehörde unter Quarantäne gestellt wird und deshalb nicht zum Dienst erscheinen kann, müssen Sie als Arbeitgeber das Gehalt während dieser Zeit weiterzahlen. Die Bemessung des Entgelts erfolgt nach dem Ausfallsprinzip. Der Bund ist jedoch verpflichtet, dem Arbeitgeber die geleistete Entgeltfortzahlung sowie die darauf entfallenden Dienstgeberanteile der Sozialversicherung zu ersetzen (§ 32 Abs 3 Epidemiegesetz). Als Arbeitgeber müssen Sie binnen 6 Wochen ab Aufhebung der behördlichen Maßnahme einen Antrag bei der Bezirksverwaltungsbehörde stellen.

Was sind die Folgen, wenn Schulen & Kindergärten behördlich angeordnet geschlossen werden?

Wenn Einrichtungen auf Grund behördlicher Maßnahmen teilweise oder vollständig geschlossen werden und der Arbeitnehmer, der nicht in einem versorgungskritischen Bereich tätig ist, keinen Anspruch auf Dienstfreistellung zur Betreuung seines Kindes hat, kann der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer eine Sonderbetreuungszeit im Ausmaß von bis zu drei Wochen, ab dem Zeitpunkt der behördlichen Schließung von Lehranstalten und Kinderbetreuungseinrichtungen, für die Betreuung von Kindern bis zum vollendeten 14. Lebensjahr, für die eine Betreuungspflicht besteht, gewähren.

Arbeitgeber haben Anspruch auf Vergütung von einem Drittel des in der Sonderbetreuungszeit an die Arbeitnehmer gezahlten Entgelts durch den Bund. Der Anspruch auf Vergütung nach dem ersten Satz ist mit der monatlichen Höchstbeitragsgrundlage gedeckelt und binnen sechs Wochen vom Tage der Aufhebung der behördlichen Maßnahmen bei der zuständigen Abgabebehörde gelten zu machen.

Mitarbeitern dürfen nicht eigenmächtig vom Arbeitsplatz fernbleiben. Bei eigenmächtigem Fernbleiben des Mitarbeiters besteht kein rechtlicher Anspruch auf Entgeltfortzahlung. Zum derzeitigen Zeitpunkt liegt rechtlich gesehen nämlich keine "notwendige Betreuung" vor, da in den Schulen weiterhin eine Betreuungsmöglichkeit besteht.

Wenn keine Betreuungsmöglichkeit mehr in Schulen und Kindergärten besteht, können Dienstnehmer "aus wichtigem Grund" fernbleiben, worunter auch familiäre Verpflichtungen zu verstehen sind. Wie lange in diesem Fall eine Entgeltfortzahlung vorgesehen ist, ist noch nicht ausjudiziert. Die herrschende Meinung ist jedoch, dass diese 7 bis 14 Tage zusteht.

Was sind die Folgen, wenn Kinder von Mitarbeitern erkranken?

Eltern steht das Recht auf eine Pflegefreistellung bei Erkrankung eines im gemeinsamen Haushalt lebenden Angehörigen zu. Dieser Anspruch beträgt bis zu einer "regelmäßige wöchentliche Dienstzeit" pro Arbeitsjahr. Bei Erkrankung eines Kindes, das das 12. Lebensjahr noch nicht überschritten hat,  besteht zusätzlich ein Anspruch auf Freistellung für eine weitere wöchentliche Arbeitszeit. Sollte eine Pflege eines erkrankten Kindes darüber hinaus erforderlich sein, kann der Arbeitnehmer im Anschluss auch ohne Zustimmung des Arbeitgebers Urlaub antreten. Ist der Urlaub aufgebraucht, kann der Arbeitnehmer unbezahlte Freistellung beanspruchen, solange die Pflege erforderlich ist.

Betriebliche Einschränkungen (Bestellrückgänge, Lieferengpässe)

Was kann ich tun, wenn meine Mitarbeiter nicht oder nur mehr eingeschränkt arbeiten können?

Die weitere Entwicklung ist ungewiss. Brechen die Umsätze oder Bestellungen in Ihrem Handelsbetrieb auf längere Zeit ein, sollten Sie auch die Kosten reduzieren. Einen Personalabbau empfehlen wir nur als allerletztes Mittel. Die Erholung der Wirtschaft kommt und dann werden Fachkräfte wieder gebraucht. Was Sie aktuell tun können:

  • Vermeiden von Überstunden und Mehrarbeit
  • Vereinbarung des Abbaus von Zeitguthaben
  • Vereinbarung von Urlaub
  • Vereinbarung der (befristeten) Reduktion der Arbeitszeit (Teilzeit)
  • Vereinbarung von unbezahltem Urlaub/Karenz (nicht Elternkarenz) oder Bildungskarenz
  • Vereinbarung von Kurzarbeit
  • Insourcing (ausgelagerte Dienstleistungen betriebsintern erledigen)

Wie kann ich Kurzarbeit vereinbaren?

Kurzarbeit ist die vorübergehende Herabsetzung der Normalarbeitszeit (und in der Folge des Arbeitsentgelts) wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten. Sie hat den Zweck, die Arbeitskosten temporär zu reduzieren und gleichzeitig die Arbeitskräfte zu halten, die nach Überwindung der Krise wieder benötigt werden. Kurzarbeit wird meist von größeren Betrieben genutzt. Für kleinere Unternehmen bzw. Dienstleistungsbranchen ist Kurzarbeit aufgrund des komplexen Verfahrens zurzeit leider kaum praktikabel.

Das AMS ist rechtzeitig 6 Wochen vor dem beabsichtigten Beginn der Kurzarbeit zu kontaktieren. Bevor Kurzarbeit angeordnet werden kann, hat eine Beratung zwischen dem AMS und dem Arbeitgeber unter Beiziehung des Betriebsrates und der in Frage kommenden kollektivvertragsfähigen Körperschaften der Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu erfolgen. Im Rahmen dieser Beratungen ist zu evaluieren, ob keine anderen Möglichkeiten gefunden werden können, welche die Beschäftigungsschwierigkeiten lösen könnten (z.B. durch den Abbau von Zeitguthaben oder Alturlauben oder durch den Einsatz alternativer Arbeitszeitmodelle).

Unter bestimmten Voraussetzungen gewährt das Arbeitsmarktservice dem Arbeitgeber die Kurzarbeitsbeihilfe. Voraussetzungen hierfür sind u.a.:

  • dass der Arbeitgeber neben dem Entgelt für die herabgesetzte Arbeitszeit dem Arbeitnehmer auch die ausfallende Arbeitszeit zum Teil vergütet (Kurzarbeitsunterstützung)
  • eine Sozialpartnervereinbarung (Kurzarbeitsunterstützung, Aufrechterhaltung des Beschäftigtenstandes, sonstige nähere Bedingungen)
  • eine Betriebsvereinbarung, in Betrieben ohne Betriebsrat Einzelvereinbarungen
  • die Zustimmung des Arbeitsmarktservice.

Zu beachten ist darüber hinaus, dass (falls das AMS die Kurzarbeit fördert) der Arbeitgeber während der Kurzarbeit kein Arbeitsverhältnis kündigen darf, es sei denn, das zuständige AMS bewilligt eine Ausnahme.

Ist Kurzarbeit auch ohne Einigung der Sozialpartner möglich?

Nein, gemäß § 37b Abs 2 AMSG kann bei Naturkatastrophen oder vergleichbaren Schadensereignissen, von denen nur einzelne Unternehmen betroffen sind, der Abschluss einer Sozialpartnereinigung entfallen. Da im Falle einer Epidemie nicht davon auszugehen ist, dass nur einzelne Unternehmen betroffen sein werden, kann die Sozialpartnereinigung nicht entfallen.

Handelsspezifische Informationen

Kann das Coronavirus durch Handelswaren (aus China) übertragen werden?

Es gibt keine Hinweise darauf, dass Handelswaren ein Risiko darstellen. Wie lange genau das Virus auf Oberflächen bleibt, ist derzeit noch unklar. Wenn man in die Hand hustet oder niest und dann eine Türklinke anfasst oder sein Telefon anfasst und weiterreicht, kann das Virus theoretisch so übertragen werden. Aufgrund der geringen Umweltstabilität von Coronaviren ist es nach derzeitigem Wissensstand unwahrscheinlich, dass importiere Waren Quelle einer Infektion sein könnten.

Können sich Verbraucher über Lebensmittel oder Wasser mit dem Coronavirus infizieren?

Nein, von Lebensmitteln wie Fleisch, Wurst, Eiern, Obst, Gemüse, oder auch Wasser geht keine Gefahr durch das Coronavirus aus. Es gibt derzeit keine Hinweise darauf, dass sich Menschen über herkömmliche Lebensmittel bzw. über Trinkwasser/Leitungswasser mit COVID-19 infiziert haben. Auch für andere Coronaviren sind keine Berichte über Infektionen durch Lebensmittel bekannt. Vom Genuss von rohem Fleisch oder Blut von Wildtieren wie Schlangen und Fledermäusen wird allerdings abgeraten.

Einreise und Ausreise nach Österreich und Grenzsperren

Einreisebestimmungen für Österreich

Österreich hat ein Flug-Einreiseverbot für Personen aus folgenden Ländern erlassen: Italien, Frankreich, Schweiz, Spanien, Niederlande, Großbritannien, Ukraine, Russland, Iran und China.

Die Land-Einreise aus Italien, der Schweiz und Liechtenstein nach Österreich unterliegt speziellen Bestimmungen. Nicht-Österreicher die nach Österreich einreisen wollen, müssen ein ärztliches Zeugnis vorweisen, ansonsten dürfen sie nicht einreisen, ansonsten dürfen sie nicht einreisen. In diesem Fall ist keine Quarantäne vorgesehen.

Ausnahmen: Österreichische Staatsbürger oder Personen mit Wohnsitz in Österreich dürfen ohne ärztliches Zeugnis einreisen, müssen aber 14 Tage in Heimquarantäne gehen. Die Durchreise durch Österreich ist ohne ärztliches Zeugnis erlaubt.

Diese Verordnung ist auf den Güterverkehr, den gewerblichen Verkehr (ausgenommen ist die persönliche Personenbeförderung) und den Pendler-Berufsverkehr nicht anwendbar.

Situation in Deutschland?

Einführung von Grenzkontrollen zu AT, FR, CH, DK in Geltung seit 16.03., durchgeführt durch die deutsche Bundespolizei, der Warenverkehr und Grenzpendler sind ausgenommen.

Wie der Nachweis der Beschäftigung im Ausland erbracht werden soll, wird erst in Zusammenarbeit mit den betroffenen deutschen Bundesländern festgelegt. Vorgeschlagen wurde beispielsweise, dass für EU-Einpendler ein "Passierschein" von den Behörden der Bundesländer ausgestellt wird. In den ersten Tagen wird dies aber "großzügig und im persönlichen Gespräch" erörtert werden.

Menschen ohne triftigen Reisegrund werden zurückgewiesen, deutsche Staatsangehörige können weiterhin einreisen, Menschen mit Aufenthaltstitel voraussichtlich auch. Zur Weiterführung von Flug- und Bahnverbindungen wird beraten. Es wird keine Körpertemperaturkontrollen an der Grenze geben; bei offensichtlichen Verdachtsfällen werden die Gesundheitsbehörden hinzugezogen.

Situation in Tschechien, Slowakei und Ungarn?

Bei der Einreise nach Tschechien und in die Slowakei aus Österreich wurden umfangreiche Grenzsperren erlassen. Für Ungarn wurde die vorübergehende Wiedereinführung der Grenzkontrolle an den ungarisch-slowenischen und ungarisch-österreichischen Grenzen angeordnet. Einreiseverbote gelten vorerst nur für nicht-ungarische Staatsangehörige aus Italien, China, Südkorea und dem Iran.

Ausnahme "Grenzgänger"?

TSCHECHIEN

Die tschechischen Behörden haben die Ausnahmebestimmungen für Grenzgänger folgendermaßen definiert:

 

  • Ausnahme für Grenzpendler/kleiner Grenzverkehr bis 100 km Luftlinie (statt bisher 50 km) von der Staatsgrenze: Insgesamt 3 weitere Grenzübergänge nach Österreich offen: Oberthürnau, Schrattenberg, Grametten und zusätzlich der Grenzübergang Hevlín –Laa an der Thaya von 05:00 bis 23:00 geöffnet
  • Definition Pendeln: Fast tägliches Überschreiten (mehrmals pro Woche) der Grenze bzw. Schichtbetrieb
  • Grenzpendler nur möglich mit Bescheinigung der Arbeitsstelle und Ausweis

Wochenpendeln ist daher nicht mehr möglich (z.B. Polnische Mitarbeiter, die am Montag durch Tschechien nach Österreich zur Arbeit fahren und am Freitag wieder retour)

SLOWAKEI

Die slowakischen Behörden haben ebenfalls Ausnahmebestimmungen für Grenzgänger geschaffen. Allerdings wird das Grenzgebiet nicht näher in der Verordnung definiert. Unser AußenwirtschaftsCenter Bratislava geht davon aus, dass ein Umkreis von bis zu 30 km von der slowakischen Staatsgrenze umfasst ist. Diese Ausnahmebestimmung betrifft slowakische Staatsbürger, die einen Wohnsitz in der Slowakei haben und in einem arbeitsrechtlichen Verhältnis oder ähnlichen Arbeitsverhältnis in den Bereichen Gesundheitswesen oder Pflege in Grenzgebieten tätig sind. Nach Ansicht unseres AußenwirtschaftCenters Bratislava wäre "unter ‚ähnliches‘ Arbeitsverhältnis" die Tätigkeit einer selbstständigen Personenbetreuerin subsumiert. Die slowakischen Bestimmungen machen derzeit noch keinen Unterschied zwischen Tages- und Wochenpendlern.

Sofortmaßnahmen-Paket des Handelsverbandes

Maßnahme 1: Erhöhte Budgetmittel für Kurzarbeit vorsehen

Der Handelsverband appelliert an die Bundesregierung, das Budget für Kurzarbeit erheblich zu erhöhen. Wir fordern die Regierung auf, bei den heutigen Gesprächen mit dem AMS ausreichend Vorsorge zu treffen, damit betroffene österreichische Non-Food Händler das Instrument der Kurzarbeit nutzen können, um Beschäftigungsverhältnisse nachhaltig abzusichern.

Maßnahme 2: Kurzarbeit insb. für KMU unbürokratisch bewilligen

Der Zugang zur Kurzarbeit ist für viele KMU zu kompliziert und langwierig. Bei den Kurzarbeitsvereinbarungen mit dem AMS müssen diverse Fristen eingehalten und die Sozialpartner beigezogen werden. Das alles kostet Zeit, welche die betroffenen KMU derzeit nicht haben. Der Handelsverband fordert für diese Ausnahmesituation eine unbürokratische Lösung, um Kurzarbeit auch auf Betriebsebene vereinbaren zu können.

Maßnahme 3: Zahlungsaufschübe für Steuern und Abgaben zinsfrei bewilligen

Betroffene Unternehmen, bei denen die volle Entrichtung der Abgabenschuld zu einer Gefährdung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit führen würde, sollen unbürokratisch Steuerstundungen bewilligt bekommen. Auf die anfallenden Stundungszinsen in Höhe von 4,5% über dem Basiszinssatz soll vom Staat – zumindest für die Dauer der rückläufigen Umsätze, die dem geänderten Konsumentenverhalten durch Corona geschuldet sind – verzichtet werden. Auch bei verspäteter Entrichtung von Sozialversicherungsbeiträgen soll von der Einhebung von Verzugszinsen abgesehen werden.

Maßnahme 4: Temporäre Zuschüsse für Mietzahlungen von betroffenen KMU Händlern

Besonders betroffenen Händlern und vor allem KMU soll in dieser Phase seitens der Bundesregierung mit temporären Zuschüssen überbrückend unter die Arme gegriffen werden. Damit können die laufenden Mietzahlungen erfüllt werden, auch wenn die Umsätze einbrechen. Durch die Absicherung der Mietverträge werden die damit einhergehenden Beschäftigungsverhältnisse abgesichert.

Maßnahme 5: Haftungsübernahmen für Kredite bis zu 100 Millionen Euro

Als letzten Schritt fordert der Handelsverband, Haftungen für bis zu 100 Millionen Euro an Krediten für jene Händler zu übernehmen, die wegen SARS-CoV-2 mehr als 15% an Umsatzeinbußen verzeichnen. Dieses Instrument soll sicherstellen, dass Banken Working Capital Rahmen zugestehen oder temporär ausweiten, sofern durch die ruckläufigen Umsätze die Kosten für die Warenbeschaffung, das Personal und die Mietzahlungen nicht gedeckt werden können.

Auf der Sonderseite der AGES sind zentrale Informationen zusammengetragen: www.ages.at/themen/krankheitserreger/coronavirus

Unser Kooperationspartner Digitale Mediensysteme (DMS) hat die wichtigsten Schutzmaßnahmen gegen  COVID-19 grafisch animiert. Die Dateien sind für jeden Händler für seinen POS (Screens) und auch firmenintern (Corporate TV) nutzbar. Sie wurden im Hoch- und Querformat produziert (Dateiformat MP4). DMS stellt diese jedem kostenlos zur Verfügung: www.digitale-medien.at/covid-19-informationen-fuer-den-pos/

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